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Einweihung der Wirkerei Viktoria , von Pascal Sennhauser Einweihung der Wirkerei Viktoria

Vielfältiges und Kreatives ist seit dem Auszug der Feuerwehr auf dem Areal der alten Kaserne Viktoria entstanden. Und noch immer werden in den weitläufigen Räumlichkeiten unterschiedlichste Projekte umgesetzt. Am Samstag, 29. April 2017, öffnet ein neues Geschäft seine Pforten: die Wirkerei Viktoria. Ab 14.00 Uhr heissen dich die Initiantinnen und ihre Gemeinschaft in ihrem Lokal willkommen. Rundgang. Apéro. Verkauf.

Anlehnend an die Bedeutung eines althergebrachten Begriffs haben Sandra Hanselmann und Katrin Hugentobler einen Second Hand Laden mit integriertem Atelier ins Leben gerufen. Nebst dem herkömmlichen An- und Verkauf von gut erhaltenen Kleidern aus zweiter Hand werden an den Werkplätzen Produkte aus erster Hand hergestellt. So kreieren und vertreiben ein T-Shirt-Designer, eine Innendekorateurin und eine Modedesignerin ihre Kreationen direkt vor Ort. Ferner bietet eine Schneiderin einen Änderungsservice an. Ein Teil der Arbeits- und Ausstellungsflächen ist zudem für die Auslage von handgemachtem Schmuck und selbstgenähten Kinderaccessoires reserviert.

Die Wirkerei Viktoria lädt immer am Mittwoch von 14.00 bis 18.00 Uhr, donnerstags von 14.00 bis 20.00 Uhr, am Freitag von 14.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 10.00 bis 17.00 Uhr zum Stöbern ein.

www.wirkerei-viktoria.ch

Urbanes Leben im Zürcher Industriequartier , von Sophie Frei Urbanes Leben im Zürcher Industriequartier

Wer den Zürisee, das Niederdorf oder die Bahnhofsstrasse schon kennt und Lust hat in Zürich mal was Neues zu entdecken, dem empfehle ich im Hauptbahnhof den Ausgang Sihlquai zu wählen und die Zollstrasse Richtung Kreis 5 entlang zu spazieren. Bereits nach wenigen Metern kommt man auf die Josefstrasse, die sich bis zum Viadukt erstreckt.

Hier weht einem eine bunte Mischung an angesagten Cafés, Mode-, Buch- und Velolädeli und eine kulinarische Vielfalt an Länderküchen entgegen: Von Italienisch über Tibetisch oder Marokkanisch, bis hin zu vegetarischen oder veganen Restaurants ist für jeden Geschmack etwas zu finden.

Ich empfehle auf dem Weg bis zur grünen Josefwiese ein italenisches Cornetti bei der Konditorei Confiserie Caredda, ein Cappuccino in der Rösterei Café Noir, zum Zmittag eine feine Auswahl vom vegetarischen Buffet im Samses und einen Apéro in der Abendsonne beim Kiosk Josefwiese oder bei Frau Gerolds Garten. Auch im Viadukt gibt es viel Kreatives zu entdecken und wer genug vom Konsumieren hat, der flaniert über den Lettenviadukt Richtung Limmat und nimmt ein Flussbad im Unteren Letten.

One River Voices , von Regula Keller One River Voices

Die zwei irischen Musikerinnen Cliodhna Ni Aodain und Shirley Grimes laden am Sonntag 7. Mai im Kulturhof Köniz zum Singen ein. Es sollen Menschen aus aller Welt und aus allen Religionen zusammenkommen. Sie üben das Lied «Onde River» ein, essen miteinander und lernen einander kennen. Die Initiantinnen möchten damit ein gemeinsames Zeichen von Respekt, Toleranz und Liebe in eine Welt senden, die trennende und diskriminierende Mauern baut. Der Anlass wird professionell gefilmt und als positive Botschaft im Internet verbreitet.

www.onerivervoices.com

Aethiopisches Buffet  , von Sarah Galatioto Aethiopisches Buffet

Inmitten eines traumhaften Parkes steht sie, die Villa Stucki. Oft bin ich schon daran vorbei gelaufen, wie sich herausstellte schon „zu oft“! Jeden Dienstagabend kann ab 19h ein phantastisches äthiopisches Buffet genossen werden. Reservieren ist empfohlen denn die Plätze sind rar und sehr begehrt.Das Buffet von Eskedar Mengehsa besteht aus zehn Gerichte, davon alleine sieben für Vegetarier. Ein unübertreffbares Duftbouquet schwebt uns bereits beim eintreten in die Villa entgegen. Der wunderschöne Raum wo uns ein festlich gedeckter Tisch erwartet, versetzt uns in eine andere, längst vergangen Zeit. Das Essen, die Vielzahl an hausgemachten Speisen übertreffen sich gegenseitig an Farbe und Geschmacksintensität. Ein kulinarischer Traum! Die verschiedenen Gerichte werden auf eine Art Fladenbrot drapiert. Gegessen wird dann von Hand, was das Esserlebnis noch spezieller und aussergewöhnlicher macht.

www.villastucki.ch

Bologna zum dritten! , von Karin Müller Bologna zum dritten!

Zwei Ko-Schreibende haben an dieser Stelle schon auf die Schönheit Bolognas hingewiesen. Ich kann mich ihnen nur anschliessen. Berns Arkaden erscheinen einem sehr bescheiden, wenn man durch die endlos langen und hohen Arkaden Bolognas geschlendert ist. Auch die Apéroplättchen sind eine Wucht. Die Leute sind freundlich. Die Stimmung ist gut. (Wahrscheinlich gibt es da einen Zusammenhang.)

Empfehlen möchte ich an dieser Stelle die Pizzeria Banco del Vino, die eigentlich auch eine Enoteca ist. Wir haben zwar keine Pizza gegessen, weil wir schon Unmengen von Apérohäppchen genossen hatten (Bologna halt!), aber diese und die Salate waren sehr gut und die Foccacia, die mit dem Salat kam, wie auch die Karte, auf der die Pizze beschrieben waren, lassen Bestes vermuten. Von der Wein- und Bierauswahl ganz zu schweigen!

Leider war es unser letzter Abend, sonst wären wir garantiert nochmals hingegangen. Nur schon das moderne, stylische und grosszügige Lokal, das wie eine Mischung aus In-Bar, Weinladen, Kantine und Bibliothek aussieht, bietet eine wunderbare Abwechslung zu den ansonsten eher dicht gedrängten, kleinen Lokalen. Ausserdem war die Bedienung sehr freundlich und kompetent.

banco del vino, via goito 3G, 40126 Bologna

Farbe bekennen , von Eleni Meyer Farbe bekennen

"Dar colur - mussar Colur" ist ein Dokumentarfilm der Regisseurein Menga Huonder-Jenny. Wie, wann und warum überhaupt soll man sich die Haare färben? Die Bündner Regisseurin schaut und hört sich in den romanischen und deutschsprachtigen Bünder Bergtälern um. Der rote Faden ist vielleicht weltweit ähnlich und beleuchtet ein Thema, das kaum öffentlich diskutiert wird. Ein Film Zum Sinnieren, Reflektieren und Schmunzeln. 

www.rtr.ch/emissiuns/cuntrasts/dar-colur-mussar-colur

Jung, wild und inspirierend , von Christoph Meinen Jung, wild und inspirierend

Zwischen Industrie- und Wohngebäuden blüht seit bald einem Jahr im Mattenhofquartier von Bern die Kulturbar Werkhof102. Wer den Werkhof betritt, staunt. Schwer zu beschreiben, was dieser Ort genau ist. Er ist fast alles: Eine Kaffeebar in erster Linie, aber auch ein Kulturlokal, ein Restaurant, ein Arbeits- und Spielzimmer, ein Raum für Tanz, Yoga, Pilates, Fitness, eine Bühne für Lesungen, Konzerte und Poetryslams. Letztlich sei es vielleicht so etwas wie das Wohnzimmer für das Quartier. 

Dass der Werkhof in dieser Vielfältigkeit funktioniert, hat verschiedene Gründe: Zum einen eine sorgfältige Planung, viel Engagement und eine moderne und professionelle Infrastruktur. Zum Anderen eine gute Portion Blauäugigkeit, auch genannt: Mut. Valentina und Kim haben die Kulturbar nach abgeschlossener Matura im April 2016 eröffnet. Der Ort wächst mit jedem Tag, sagt eine Mitarbeiterin des Teams, das sich aus fünf jungen Menschen zusammensetzt. Jeden Tag bieten sich neue Ideen von Gästen und Inhaberinnen, und was noch keine Hände und Füsse hat, kriegt welche. Der Werkhof102 ist ein eigenes, kleines Universum, das nach eigenen Gesetzen funktioniert. Vielleicht steht deshalb auf der Toilettenspülung in kleinen Lettern zur Erinnerung geschrieben: «Hallo Wäut».

www.werkhof102.com

Wasser für Wasser! , von Michel Gygax Wasser für Wasser!

Wasser für Wasser (WfW) ist eine junge, gemeinnützige Organisation, die mit Schweizer Gastrobetrieben den täglichen Umgang mit Wasser neu definiert und das Spenden für Wasserprojekte in den Alltag integriert. Mit Schweizer Spendengeldern ermöglicht WfW im südostafrikanischen Staat Sambia Trinkwasserzugang und Berufsbildung im Wassersektor. Die Umsetzung der Projekte erfolgt in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen. 

Die Berner Gastrobetriebe Du Nord und Eiger setzen seit Anfang Oktober auf das WfW-Green Konzept. Dabei verzichten Sie im Sinne der Nachhaltigkeit auf Markenwasser aus der Flasche und schenken stattdessen hauseigenes Leitungswasser aus; frisch gezapft und gut gekühlt, mit oder ohne Kohlensäure versetzt. Ein Teil des Wasser-Umsatzes geht an die WfW-Projekte in Sambia.

www.wasserfuerwasser.ch

Wasser unser , von Sarah Galatioto Wasser unser

Wasser ist Energie, ist Leben, ist Alltag, ist Gut, ist da. Die Vorstellung der Schweiz als alpines Wasserschloss Europas lernen wir bereits in der Schule. Wiederkehrende Hitzesommer oder schneearme Winter stellen dies in Frage. Fest steht: die gesellschaftliche Entwicklung und der Klimawandel werden die Verfügbarkeit von Wasser auch bei uns beeinflussen. Wird künftig ein Chip unseren persönlichen Wasserverbrauch kontrollieren? Wird sich der Wintertourismus auf ein riesiges Schneeresort im Hochgebirge beschränken? Lässt sich das Recht auf Wasser irgendwann vor Gerichteinklagen? Die Ausstellung wagt den Blick in die Zukunft und verbindet Forschung mit Fiktion. Sechs begehbare „Zukünfte“ laden dazu ein, in mögliche Wasserrealitäten einzutauchen.

Die Ausstellung und die Podiumsgespräche laufen noch bis am 17.9.2017 im Alpinen Museum Bern.

Weinberg der Zukunft, der biologische Joint venture , von Felix Woodtli Weinberg der Zukunft, der biologische Joint venture

Delinat will Markführer beim Import von Bioweinen werden und geht deshalb eine enge Zusammenarbeit mit der Bataillard-Gruppe unter dem Titel Weinberg der Zukunft ein. Delinat importierte zusammen mit der Weinhandlung Küferweg, die Delinat 2011 übernahm, im Jahr 2016 1‘008‘957 Liter Wein. Bataillard ist hinter Coop und Denner die Nummer 3 (7'668'396 Liter Wein) im Schweizer Markt vor Garnier, Lidl und Aldi. Zur Bataillard-Gruppe gehören auch Steinfels und das Wyhuus Belp.  Bataillard verfügt als einzige Kellerei über eine Spinning Cone Columne, die es ermöglicht Weine zu fragmentieren und zu trinkbaren „Juwelen“ zu machen. Bataillard-Weine waren lange Zeit sehr erfolgreich weil sie auf den gut erforschten Konsumenten-Geschmack zugeschliffen sind und über schöne Etiketten verfügen. Im Detail- und Getränkehandel sind sie weit verbreitet. Beide Unternehmens-Gruppen erlitten in der Vergangenheit starke Einbussen und suchen nun die Offensive mit dem Projekt Weinberg der Zukunft. Was soll dieses Zusammengehen unter dem Titel Weinberg der Zukunft?

Stefan Keller, CEO von Bataillard, sieht im Biobereich ein interessantes Marktsegment das stark wachsen wird. Ein paar Kleinwinzer sollen für das Image sorgen, die Kohle verdient man mit Weinen von Gross-Betrieben oder mit industriellen Billig-Bio-Weinen. Bataillard liefert das Knowhow und die Technik um diese auch Vorort in der Schweiz abzufüllen und etwas aufzupeppen. Bei bis unter 20 Cent Einkaufspreis pro Liter in Spanien ein lukratives Geschäftsmodel. Dabei geht’s wohl kaum um die Förderung von Bio-Spitzenweinen sondern um die Belieferung der Bataillard-Kunden (Detail- und Getränkehandel sowie Gastronomie) mit Bio-Weinen. Man hofft Coop, Lidl und Aldi die Stirne bieten zu können. Ähnlich wie Coop suggeriert das Projekt Qualität, Nachhaltigkeit und Fairness und blendet die Kehrseite der Medaille aus. Vorgeführt und zelebriert werden einige selektionierte Spitzenwinzer. Ihre Rolle dient liegt darin das Ganze als super Sache zu legitimieren. Bei 12 Mio Flaschen die beide zusammen 2016 importierten, dienen diese Vorzeige-Betriebe höchstens als Spotlights. Kleine Schummelgeschichten voller Nichtgesagtem, Märchen von intimen, familiären Strukturen und Schönrederei punkto Qualität wie sie seit Jahren in wunderprächtigen Prospekten verbreitet werden, sorgen sicher für das schnelle, anhaltende Einlullen der Kunden. Tönt gut, ergo ist alles gut, sehr gut sogar Bestens.

Ich denke sowohl für die Gastronomie, alle Wiederverkäufer und den gewerblichen Weinhandel ist dies eine mörderische Entwicklung deren Ziel einzig die Konzentration einiger grosser Player zum Ziel hat. Ich rate: Sinnieren über Strukturen die den eigenen Wünschen und Träumen gerecht werden. Investieren in unabhängige und handwerklich arbeitende Bio-Winzer kann sich lohnen – so erhalten wir echte Vielfalt, mit den Big-Players mit marschieren lohnt sich selten! Money makes the world go trump oder industrie-biologisch geht die Wein-Kultur zugrunde!