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Geruchsneutral mit Musse , von Sarah King Geruchsneutral mit Musse

„Schutzumschlag mit Einrissen, berieben, mit kleinen Fehlstellen, Besitzervermerk und Marginalie auf Vorsatzblatt (…)."

Das ist die Sprache der Buchhändler, der wahren Buchhändler, die noch „Quart“ oder „Oktav“ als Grösse des Buches vermerken und ausgiebig am Papier schnüffeln. Roman Wild rümpft die Nase: „Lagergeruch“. Das ist ungünstig. Bücher geben ihre Duftnote gerne weiter. Was zuvor in feuchten Kellern oder Raucherhöhlen lagerte, erhält deshalb keinen Zutritt in die Büchereule - eines von Berns grössten und ältesten Buchantiquariaten. 300'000 Titel verteilen sich hier auf 400 Themen. Schwerpunkt Geistes- und Naturwissenschaft. Aber auch dem Kulinarischen ist ein Regal gewidmet. Der Stadt Bern gleich mehrere. Bern, die Stadt der Bücher, das war sie anfangs 20. Jahrhundert. Aus Deutschland kamen die Menschen angereist, um ein begehrtes Sammlerstück zu kaufen und Unerwartetes zu finden. Und heute – ja, da gehören Antiquariats-Liebhaber altersmässig selbst schon fast zum Antiquariat. Dennoch, wer Musse sucht – Musse, die nicht erst beim Lesen des Buches beginnt, sondern schon bei der Suche – der wird weiterhin durch die Antiquariate ziehen. Vielleicht bleibt er in der Büchereule hängen, trifft auf Seltenheiten, Wohlbewahrtes, Mehrfachgelesenes. Und auf einen Buchhändler, der an Büchern schnüffelt.

www.buechereule.ch

Tödliche Aare , von Reto Hügli Tödliche Aare

Tony Dreher ist mit seinem Erstling «Aareschwimmen» ein süffiger Kriminalroman gelungen, der hauptsächlich in Bern, aber auch in Kandersteg, Wengen und Solothurn spielt – und der den Leser oder die Leserin vom Baden in heimischen Gewässern abhalten könnte.

Der Journalist Mike Honegger entdeckt beim Schwumm im Fluss eine Leiche. Trotz Warnungen versucht er die Identität des Toten aufzudecken und gerät mit seinen Recherchen selbst ins Fadenkreuz von CIA-Agenten und Killern. Die Spuren führen zu den Mächtigen in Politik, Finanzbranche und Wirtschaft.

Der Autor betont, dass die Handlung frei erfunden ist. In der Tat ist die Geschichte so abstrus, dass sie schon fast wieder glaubwürdig wirkt. Etwa durch die träfe Beschreibung der Protagonisten im Berner Oberland.

Dreher wurde als Auslandschweizer in Mexiko City geboren, wo er seine Kindheit verbrachte. Das Studium in Physik und Ingenieurwesen absolvierte er in den USA. Seit seiner Rückkehr in die Schweiz vor 25 Jahren arbeitet er in der IT-Branche und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Bern.

Tony Dreher «Aareschwimmen», Gmeiner Verlag (2015), 278 Seiten

Bagels, Kaffee und ganz schön Süsses , von Reto Hügli Bagels, Kaffee und ganz schön Süsses

Zugegeben, den Titel habe ich frischfrech abgekupfert. Wo? Im Tingel Kringel, dem liebe- und stillvoll eingerichteten Café an der Mittelstrasse im Berner Länggassquartier. Kein Wunder, Gastgeberin Sabine Marti ist gelernte Innendekorateurin. 

Insidern zufolge gibt es im Tingel Kringel die besten Bagels ausserhalb der USA – in verschiedenen Sorten: Plain, Blueberry, Zimt oder Sesam (um nur einige zu nennen). Das Beste: Man kann sich die Zutaten nach eigenem Gusto zusammenstellen. 

Auf die süsse Fraktion warten selbstgemachter Vanille- und Streuselkuchen, Brownies und die Lemontarte. Dazu geniesst Mann oder Frau einen feinen Kaffee oder Tee oder den hausgemachten Eistee.

Ein anspruchsvolles Programm, das es zu bewältigen gilt. Und Vorsicht: Das Tingel Kringel schliesst unter der Woche leider bereits um 18.00 Uhr!

Tingel Kringel, Mittelstrasse 12, 3012 Bern, www.tingel-kringel.ch

Reichmuth von Reding , von Maja Boss Reichmuth von Reding

Nein, kein Held aus dem Geschichtsbuch, sondern der Name einer Kleinfirma im Herzen der Schweiz mit einem himmlischen Schokoladensortiment, welches eine wahre Gaumenfreude offenbart und für mich "Schweizer Schokolade" ganz neu definiert! Die edle „Chocolat de Cru“ wird in Schwyz in kleinen Mengen alle zwei Monate frisch handgegossen und handgeschöpft. Die Schokolade kann übers Internet bestellt werden und dabei entdeckt man dann auch, dass die Marke „RvR“ noch mehr zu bieten hat als „bloss“ Schokolade. Durch das restliche Sortiment hat sich die Autorin allerdings noch nicht durchgegessen und -getrunken.

https://www.rvrtee.ch

Engel in Amerika , von Reto Hügli Engel in Amerika

Wir befinden uns in den USA des Jahres 1985. Das Land wird von Ronald Reagan regiert. Aids ist das beherrschende Thema. Der HI-Virus zerstört das Leben vieler Menschen. Der Autor Tony Kushner seziert bitter, ironisch aber auch mitfühlend den amerikanischen Traum.

Das Theater Central hat sich dieses Stoffs angenommen, ihn von rund sieben auf intensive drei Stunden gekürzt. Es geht um Krankheit, Homophobie, Gier, Ignoranz, Liebe und Tod. «Engel in Amerika» zeigt die schwierige Reise von sechs New Yorkern zu sich selbst

Das Stück ist manchmal leidenschaftlich, manchmal grotesk, manchmal traurig, manchmal komisch, manchmal poetisch, manchmal fantastisch. Viel, aber unglaublich gut!

Vorstellungen noch bis 31. Oktober 2015 im Theater am Käfigturm in Bern.

Informationen und Billettreservation: Theater Central

Ton bijou , von Stefan Hugi Ton bijou

Am Anfang standen Perlenketten. Die hat die Bernerin Fabienne Messerli aus purer Freude geknüpft, für Freunde oder für spezielle Anlässe. Auf einem Markt in Ibiza hat sie sich dann zu «soiebelle» inspirieren lassen. Mittlerweile fertigt sie leidenschaftlich Schmuck und Accessoires aus edlen Materialien wie Seide und Silber an. Der Clou dabei ist, dass die Kunden das Design ihres Stücks selber bestimmen. Fabienne kommt mit ihrer Valise vorbei und formt das gewünschte Bijou auf Mass. Jedes Teil ist also ein Unikat.

Soiebelle ist an verschiedenen Märkten anzutreffen (zum Beispiel am 24. Oktober am Vidmarché in den Vidmarhallen) und organisiert hie und da Style-Events oder gemütliche Schmuckabende à la Tupperware-Party mit Cüpli und vielen kreativen Ideen. Sois unique et réalise ton bijou!

Soiebelle, soiebelle@gmx.ch, 078 763 01 12, auf Facebook hier, ein kleiner Einblick hier.

Zwischennutzung löscht Durst , von Reto Hügli Zwischennutzung löscht Durst

In der grossen Halle mit dem braunroten Klinkerboden haben früher die Tanklöschfahrzeuge der Berufsfeuerwehr auf ihren Einsatz gewartet. Heute werden Brände in durstigen Kehlen gelöscht.

Seit dem 1. Juli 2015 sind die Tore offen: Die Crew des «Löscher» serviert frisches Bier, hausgemachten Eistee, Salate, Käse- und Wurstplatten mit regionalen Produkten in einem Industrie-Ambiente. Das Lokal in der ehemaligen Feuerwehrkaserne an der Viktoriastrasse wurde mit viel Herzblut und Improvisation eingerichtet und gestaltet. Gelöscht wird von Mittwoch bis Samstag von 9 bis 22 Uhr. 

Der «Löscher» ist der sichtbarste Teil der Zwischennutzung auf dem Areal. Weitere Projekte stecken in der Pipeline, etwa eine Kaffeerösterei, ein Trainingsstudio, eine Reparaturwerkstatt oder eine Kindertagesstätte. 

Löscher, Alte Feuerwehrkaserne, Viktoriastrasse 70, 3013 Bern, altefeuerwehrviktoria.ch

Bruno vous accueille , von Stefan Hugi Bruno vous accueille

Bruno kauft ein, Bruno kocht und Bruno serviert. Bruno ist der Gastgeber im klitzekleinen Restaurant «La Cantine» im schmucken Le Castellet und er macht von A bis Z alles selber. Er zaubert dreigängige Menüs ohne Schischi, aber mit viel Leidenschaft und Herz. Die Speisen sind ein Erlebnis. Und der Mann ist ein Original, man muss ihn einfach gern haben. Wenn Kunden lieber Käse als Süsses zur Nachspeise wünschen, geht er rasch zu sich nach Hause um die Ecke und holt ihn.

Ein Freund hat ihn mit der Begeisterung fürs Kochen angesteckt, alles andere hat sich Bruno selber beigebracht. Im Sommer 2015 hat er sein Restaurant eröffnet, seither bedient er seine Gäste mit viel Freude und Sympathie. C’est ça le vrai bonheur.

La Cantine, 3 Place de l'Ormeau, 83330 Le Castellet Village, Frankreich, Telefon 06 01 00 77 01 (unbedingt reservieren!)

Most mit Mehrwert , von Michel Gygax Most mit Mehrwert

Totes Holz ist für manche Tierarten überlebenswichtig. Ein Artenschutzprojekt in Berner Bauerndorf Bangerten setzt sich deshalb für den Erhalt alter Hochstamm-Obstbäume ein – und damit für den Lebensraum seltener Käfer. Wer den Most von Früchten dieser Bäume kauft, hilft mit, gefährdete Arten zu schützen.

Die Förderung von Hochstamm-Obstbäumen, die auch für das Mittelland bedeutende Landschaftselemente darstellen, steht auf der Agenda mehrerer Naturschutzorganisationen. Für die Artenvielfalt sind vor allem die ganz alten Bäume wichtig: Besonders, wenn diese tote Bereiche, absterbende Äste und mit Mulm gefüllte Höhlen enthalten. In solchen Baumhöhlen leben neben den Käfern auch Spechte, Steinkauze und Kleinsäuger wie Siebenschläfer und Fledermäuse.

Lea Kamber und Michael Gilgen setzten dieses Projekt (www.coleoptera.ch) mit Herzblut, Leidenschaft und viel Knochenarbeit um. In folgenden Lokalen kann ihr Produkt - der Most mit Mehrwert - getrunken werden:

www.loewen-bangerten.ch / www.lebeizli.ch / www.lacultina.ch / www.zum-schloss.ch / www.du-nord.ch / www.bistrot-bern.ch / www.eigerbrasserie.ch

Weinreise in den Rheingau und an die Mosel , von Michel Gygax Weinreise in den Rheingau und an die Mosel

Wir besuchten während vier Tagen in einer intensiven Weinreise den Rheingau und die Mosel. Wir erlebten grossartige Gastfreundschaft, spannende Winzercharakteren, gutes Essen und romantische Flusslandschaften.

Dabei tranken und degustierten wir durchs Band gute und viele grossartige Weine, oft aus beeindruckenden und unwahrscheinlich arbeitsintensiven Steillagen. Unbedingt hingehen!  

www.zumjungenoetinger.de / www.weingutpjkuehn.de / www.august-kesseler.de / www.weingut-stoffel.de / www.st-laurentius-sekt.de