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La rossa e la città dei bici , von Léa Urben La rossa e la città dei bici

So werden sie genannt, die beiden Städte Bologna und Ferrara in der Region Emilia-Romagna im Norden Italiens. Alle beide sind sie eine Reise wert und mit dem Zug ab Bern in gut 5 Stunden erreichbar.

Bologna, gleichzeitig Hauptstadt der Emilia-Romagna, wird auch "la dotta" genannt, die Gelehrte, da sie die älteste Universität Europas beherbergt. Eine weitere Besonderheit von Bologna sind die fast 40 km langen Arkadengänge, die bei Regen Schutz und Trockenheit und bei sommerlicher Hitze angenehmen Schatten spenden. Bologna hat viele Gesichter: "la rossa", die Rote, ist ein Hinweis auf die roten Ziegel der Häuser und die vorherrschende politische Richtung, "la grassa", die Fette steht für gehaltvolles Essen - Tortellini al ragù, Tagliatelle Bolognese oder Lasagne al forno sind nur einige Leckereien, die nirgends in Italien so gut schmecken wie in dieser Gegend.

Ferrara hingegen gilt als DIE Fahrradstadt Italiens, was auf den ersten Blick verwundern mag; fast 90% aller Einheimischen benützen das Fahrrad als Fortbewegungsmittel: zum Radfahren laden breite Fußgängerzonen, zahlreiche mittelalterliche Gassen und der 9 km lange Stadtwall ein, auf dem ohne Unterbrechung geradelt werden kann. Im Gegensatz zu nordeuropäischen Städten gehört die Raserei auf Fahrrädern nicht zum alltäglichen Straßenbild. Man radelt gemütlich nebeneinander, um sich zu unterhalten. Das Fahrradfahren gilt in Ferrara als das geeignetste Mittel, um die Stadt und ihre mittelalterlichen Straßen und Winkel näher kennenzulernen.

Kulinarische Tipps:
Bologna: Ristorante Drogheria della Rosa, Via del Pratello (Strasse mit vielen Restaurants, sehr beliebt bei den Einheimischen)
Ferrara: Ristorante quel fantastico giovedi,  Ristorante l'oca giuliva

Ur-Kaffee , von Ursina Steiner Ur-Kaffee

In den Bergen der äthiopischen Provinz Kaffa soll der Kaffeebaum Caffea arabica seinen genetischen Ursprung haben. Noch immer wachsen dort über 5000 verschiedene Arabica-Sorten – uralte, moosbehangene Bäume – mitten im dichten Regenwald. 

Dank dem Sammlerfleiss der lokalen Bergbevölkerung und einer Initiative des Fair-Trade-Unternehmens Originalfood ist Ur-Kaffee auch für unsereins erlebbar: Die Kaffa-Bohnen gibt es in Bioläden oder frisch ab Rösterei in der neu eingerichteten Kaffeewerkstatt in Kriens LU zu kaufen. 

Und wer die ganze Fülle an purem Aroma und unverfälschtem Geschmack von einem Kaffeologen begleitet erfahren will, dem sei ein Kaffeehandwerker-Workshop brühend heiss empfohlen.

www.originalfood.ch

Grosser Genuss in Kleinbasel , von Maja Boss Grosser Genuss in Kleinbasel

Von der Decke hängen zu Lampenschirmen umfunktionierte Glasschüsseln, Kerzenständer aus alten Gabeln zieren die Tische und bunt zusammengewürfelte Holztische und Stühle lassen im Lokal eine heimelige Atmosphäre aufkommen. Auf dem antiken Regal stehen Geschirr und hübsche Vintage-Objekte und unter gläsernen Glocken befinden sich gluschtige Kuchen. Das Lokal für etwa 30 Gäste in Kleinbasel ist ein Bijou und besticht mit einer kleinen aber feinen Karte: Aus regionalen Produkten werden kreative und mit "Superfood" angereicherte Gerichte gezaubert, mit Liebe angerichtet und mit Charme serviert. 

Seit gut anderthalb Jahren führen Maya Tutaro und Claire Guerrier in Kleinbasel das von aussen eher unscheinbare Lokal „ la fourchette“ und es ist zu hoffen, dass sie es noch lange tun.

la fourchette, Klybeckstrasse 122, 4057 Basel; www.lafourchettebasel.com

Die Rückkehr des Herrn de Mourbach (Krimi) , von Rosmarie Bernasconi Die Rückkehr des Herrn de Mourbach (Krimi)

Justus Imfeld: Die Rückkehr des Herrn de Mourbach (1953) - "Die Rückkehr des Herrn de Mourbach" ist eine Entdeckung. Anfang der 50er-Jahre geschrieben, also zeitgleich mit den Kriminalromanen von Friedrich  Dürrenmatt, atmet der Text den Zeitgeist. Ein Landarztkrimi, verfasst von  einem weithin bekannten Stadtarzt. Liebevoll und nah bei den Menschen  ermittelt Balthasar Gerber in der Gegend um Biel.

Baron Eugene de Mourbach, ein in Frankreich reich gewordener Rückkehrer,  will seinen Etishof, ein Wasserschloss aus dem 15. Jahrhundert, zu altem Glanz führen. Er lässt sich mit seiner Entourage im ,,Bären“ nieder, seine  Adoptivtochter, die betörende Sylvie, verwirrt die jungen Männer des Dorfes.  Oben am Schüssgraben wohnen als Gegenspieler der Wunderdoktor Grabenueli und seine Frau Marie, die in der Schwarzen Kunst bewandert ist. 

Als Baron de Mourbach ermordet wird, gerät das Dorfgefüge durcheinander. "Der Doktor hob den Blick und sah durchs Fenster in die dunkle Nacht hinaus. Gute Mittel waren das, zweifellos, aber es war nicht, was er suchte. Gab es keine Pillen gegen das Heimweh oder Pulver gegen die Unterdrückung der  Schwachen, wo waren die Tropfen, die den bohrenden Schmerz des erlittenen Unrechts beseitigten? Hier war mit allen Fläschchen und Salbentöpfen nichts anzufangen.“  

Die Edition Mordstage hat sich zum Ziel gesetzt alte Krimis von namhaften Persönlichkeiten neu aufzulegen. Es sind Herzensprojekte von Paul Ott und Kurt Stadenmann. Im hinteren Teil des Buches lesen Sie jeweils die ausführliche Biografie des Autoren. Spannend ist es alleweil und ich finde, dass Paul und Kurt viel Aufwand betrieben, um unvergessliche Literatur unvergesslich zu machen.

Die Bücher von Edition Mordstage finden Sie in vielen symphatischen und kleinen Buchhandlungen.

Wildbienen – pflegeleichte Balkonbewohner , von Reto Hügli Wildbienen – pflegeleichte Balkonbewohner

Wildbienen sind vom Aussterben bedroht. Mit einem Bienenhäuschen auf dem Balkon oder im Garten trägst du zur Vermehrung dieser wertvollen Tiere bei. Ohne Bienen haben wir es schwer: Ein Drittel unserer Nahrung landet nur auf dem Teller, weil Bienen Blüten bestäuben.

Das Zürcher Startup «Wildbiene + Partner» hat deshalb ein Konzept entwickelt, um dem Bienensterben Einhalt zu gebieten: Es versendet im Frühling Bienenhäuschen und rund 15 Bienenkokons. Auf Balkonen und in Gärten der «Bienenpaten», schlüpfen die Tiere, bestäuben die umliegenden Pflanzen und vermehren sich. Ein einziges Weibchen besucht und bestäubt circa 40’000 Blüten. Eine ungefährliche Sache: Mauerbienen sind harmlos und stechen – anders als etwa Honigbienen oder Wespen – nicht. Deshalb eignen sich die Wildbienen gut für die Haltung in der Stadt, beispielsweise eben auf dem Balkon.

Im Herbst schickst du die Bienenkokons zurück. «Wildbiene + Partner» pflegt, reinigt und überwintert die Tiere fachgerecht. Das Beste: Im nächsten Frühjahr bekommst du kostenlos eine neue Startpopulation und der Bestäubungszyklus beginnt von vorne!

Informationen und Bestellungen: www.wildbieneundpartner.ch

Welchen Wert hat temporärer Genuss? , von Michel Gygax Welchen Wert hat temporärer Genuss?

Vier Abgänger der Hotelfachschule Thun beleben das Ristorante Tiramisù im Berner Mattenhofquartier mit einem Pop-Up Projekt. Unter dem Motto „Wir tischen auf. Du bezahlst, was es Dir wert ist.“ zelebrieren sie ihre Vorstellung von Gastgebertum während vier Wochen. Die 4 Ragazzi, wie sie sich nennen, übernehmen im Mai das Ristorante Tiramisù an der Belpstrasse 34 nahe des Berner Eigerplatzes. Sie bringen eine wunderbare Ladung an Wissen, Motivation und Gastfreundschaft mit.

Während des Pop-Ups werden die Gäste mit einer mehrgängigen Tavolata verwöhnt. Mittags kürzer und abends länger. Da die vier Gastgeber bestimmen, was es zu essen und zu trinken gibt, überlassen sie den Gästen freie Hand bei der Bezahlung und vertrauen darauf, dass die Gäste dies wertschätzen und sie fair und angemessen entschädigen. Nur im Mai 2016.

www.ristorante-tiramisu.ch

Pimp my wine! , von Felix Woodtli Pimp my wine!

Was haben die grössten Schinken, VW, die besten Radfahrer die taffsten Jupies und die schönsten Model-Stars mit den höchstbenoteten Weinen gemeinsam? Du ahnst es? Alle sind ein wenig aufgemotzt, sei es mit Wasser, Abgastest-Software, Elektromotörchen oder Epo, Koks, Botox oder Silikon, Eichenschnipsel oder E414.

E414 ist eines der vielen Dopings das Winzer und Önologen hilft ihren Wein aufzumotzen. E414 tönt gefährlich, chemisch. Hinter den E-Nummern verbirgt sich aber nur die EU-Normen-Liste für bewilligte Hilfsstoffe im Lebensmittelsektor. E414 wird aus dem Harz von Akazien gewonnen. Es handelt sich um Gummi arabicum. Gummi arabicum gilt als nicht gesundheitsschädlich und darf auch in biologischen Lebensmittel verwendet werden. Es ist ein sogenanntes Polysaccharid, das zum Stamm der Heteropolysacharide gehört und ist neutral bis schwach sauer und wasserlöslich. Bereits die alten Ägypter mumifizierten damit ihre toten Pharaonen auch Lenin stinkt in seinem Mausoleum unter Gummi arabicum vor sich hin. Für was soll Gummi arabicum im Wein nützlich sein? Die zähflüssige Substanz die auch in weisser Pulverform daherkommt verwendet die Lebensmittelindustrie als Aromastabilisator. Im Bier stabilisiert es den Bierschaum, verhindert die Kristallisierung des Zuckers in Gummizeltli und bindet die Farbstoffe. Gummi arabicum stabilisiert also so ziemlich alles. Im Wein sorgt E414 für Geschmeidigkeit und mollige Fülle. Die herben bis leicht bitteren Tannine verlieren ihren adstringierenden Charakter. Sie werden weicher und fetter wahrgenommen. Der Zusatzstoff stabilisiert die Farbe, hilft bei der Stabilisierung von Weinstein und Metallkomplexen und sorgt dafür, dass Wein mit hohen Alkoholprozenten nicht ganz so alkoholisch schmeckt. Außerdem ist er dafür bekannt, das Mundgefühl zu "verbessern". Der Wein wird vollmundig, rund, die Gerbstoffe sanft und harmonisiert. Das ist vielleicht die wichtigste Eigenschaft, denn Gummi arabicum hat unser aller Weingeschmack verändert.

Kritiker sagen, Gummi arabicum mache Wein zu Coca Cola. Mit E414 aufgemotzte Weine bekommen durch die „Wein-Tester“ mehr Aufmerksamkeit, höhere Punkte. Der brancheninterne Übernahme lautete früher auch „Pamela-Wines“, in Anlehnung an die blonde Gummipuppe aus der Baywatch-Serie. Der Markt schreit nach muskulösen, molligen, süssen und jungen Weinen. Die Lagerung interessiert kaum jemand, die Welt der Parfüme die in alten Weinen natürlicherweise entstehen ist eh nur bla, bla, bla. Wir wollen Leben und geniessen, jetzt und das aus dem Vollen. Gummi arabicum ist nicht nur in Industrie-Weinen sondern auch in etlichen der teuersten, höchstbewerteten Weinen der Welt enthalten. Auch Biowinzer nutzen das legale Pimpen mehr und mehr.

Die Problematik von E414: bei einigen Menschen kann es vermutlich gröbere Allergien auslösen. Die versüssten, fetten und doppelt so langen Tanninketten werden durch unsere Rezeptoren nicht als solche erkannt, dem Gehirn wird vorallem Süsse übermittelt, unsere Verdauung ist irritiert und funktioniert suboptimal, als „Tannin-Intoleranz“ bekannt sorgt sie bei empfindlichen Menschen dann für ungewünschte Nebenwirkungen von Hautrötung, Hitze, Trockenheit bis Atemnot.  Fazit: Stopp mit Wein trinken. Als direkte Nebenwirkung verlieren auch die Winzer ihre Kunden. Runde, vollmundige Weine kann man absolut ohne Gummi arabicum herstellen. Dazu braucht es Ethik, Geduld und gesunde, phenolisch reife Trauben. Die herbe Härte des jungen Weines die eine Garantie für harmonischen Altern andeutet wird durch den Einsatz von E414 zerstört. Superweine werden nach kurzer Zeit zur Plörre. Für biodynamische Weine mit Demeter-Zertifizierung ist Gummi arabicum ein absolutes Tabu.

Zum Glück entscheiden sich auch immer mehr kleine Winzer ebenfalls den Weg naturnahe, ungeschönte Weine zu keltern. Eine konsequente Absage an die Methoden der Lebensmittel-Technologie ist auch die einzige Chance die ihnen ein Überleben in einem immer härteren Marktumfeld einigermassen garantieren kann. Noch sind es nur wenige Konsumenten denen Ethik im Wein wichtig ist, es werden aber laufend mehr. 

Von der Leidenschaft für schöne Bücher , von Reto Hügli Von der Leidenschaft für schöne Bücher

Die Journalistin Tina Uhlmann, der Kommunikationsfachmann Godi Huber und der Gestalter Viktor Näf haben sich in den Dienst der schreibenden Zunft gestellt. Mit ihrem Kleinverlag «Sage und Schreibe» im Breitenrain bieten sie unbekannten Autorinnen und Autoren mit ihrem Geschäftsmodell die Möglichkeit, ihren Traum vom eigenen Buch zu verwirklichen.

Das Dreierteam engagiert sich mit Leidenschaft für ausgewählte Buchprojekte: «Wir veröffentlichen Texte mit inhaltlichen, sprachlichen oder formalen Besonderheiten in Form schöner, individuell gestalteter Bücher». Damit besetzen sie eine Nische, werden doch die meisten dieser Manuskripte bei Grossverlagen abgelehnt. «Wir gehen für den gesamten Publikationsprozess eine Partnerschaft mit unseren Autorinnen und Autoren ein» erläutert Uhlmann. Damit fördert der Kleinverlag Newcomer. Mit dieser Partnerschaft geht der Autor aber auch Verpflichtungen ein: Er übernimmt die Finanzierung der Verlagsleistungen (etwa Prüfung des Manuskripts, Lektorat, Satz, Gestaltung des Covers, Druck und Marketing). 

Da die Bücher in einer kleinen Auflage von 500 Exemplaren produziert werden, hält sich der finanzielle Aufwand für frischgebackene Autoren in Grenzen. Wenn die Hälfte der Auflage verkauft ist, sollten die Produktionskosten in der Regel wieder eingespielt sein. Bis dahin gehen die Einnahmen aus dem Buchverkauf vollumfänglich an die Autorin oder den Autor. Nachdem die Gewinnschwelle erreicht ist, wird der Gewinn zwischen Verlag und Autor aufgeteilt. Eine für die Branche äusserst autorenfreundliche Zusammenarbeit, wie Uhlmann betont.

Was macht einen guten Text aus? «Wir sind offen für alles – von Lyrik bis Krimi». Es müsse eine spannend erzählte Geschichte sein, der Text müsse den Leser packen und Tiefgang aufweisen. Uhlmann: «Der Text muss zugänglich sein, darf aber ruhig einen eigenen Stil und eine eigene Sprache pflegen. Der Autor soll seinen persönlichen Weg finden und gehen».

Wer weiss, vielleicht bekommen einige Leserinnen und Leser Lust, ihre Manuskripte einzureichen? Wir bleiben dran.

Verlag Sage und Schreibe, Waffenweg 15, 3014 Bern, www.sageundschreibe-verlag.ch

Archaische Naturküche , von Michel Gygax Archaische Naturküche

Stefan Wiesner präsentiert in seinem Gasthof Rössli in Escholzmatt eine aussergewöhnliche Naturküche. Mit Kochkunst auf höchstem Niveau, gepaart mit viel Wissen über die Natur und radikaler Produkteregionalität hat er im beschaulichen Entlebuch ein Zentrum für anspruchsvolle Gourmets geschaffen.

Mit scheuer Präsenz orchestriert der "Hexer von Escholzmatt" im kleinen Feinschmecker-Raum sein Gesamtkunstwerk mit dem Wiesner-Achtgangmenü, während in der Gaststube die Einheimischen eine Bratwurtst essen oder ihr Feierabendbier geniessen. Ein gastronomischer Spagat wie man ihn noch selten findet. Hut ab!  

www.stefanwiesner.ch

Liebevolle Gastronomie auf dem Lande , von Regula Keller Liebevolle Gastronomie auf dem Lande

Käpt'n Holger ist eine wunderbare Café-Bar in Langnau. Gemütliche und sehr stilvolle Einrichtung, freundlicher und aufmerksamer Service, gute Produkte und faire Preise. Was will man mehr in einer Café-Bar auf dem Lande. Dazu präsentiert das junge Betreiber-Team ein abwechslungsreiches Kulturprogramm und im Sommer eine lauschige Aussenbesthuhlung.

Unter dem Namen "zum Topf" bieten leidenschaftliche und junge Hobbyköche eine kleine Auswahl an vegetarischen und veganen Mittagsmenüs und einen monatlich stattfindenen Sonntagsbrunch an.

Ein stimmungsvoller Ort zum Hingehen. Immer wieder und für alle! Peace & love!

www.zumtopf.ch / www.kaeptnholger.ch