kggastro facebook rss
Bern's eigene Late-Night-Show , von Patrik Zeller Bern's eigene Late-Night-Show

Zugegeben: Dominik Gysin's Entertainment-Stil ist nicht aller Sache. Matto Kämpf's Humor lässt dann und wann fragende Gesichter zurück, umso mehr, wenn er in einem Eidechsenkostüm auf der Bühne steht. Und bestimmt stinkt es bei diesem Unternehmen auf den ersten Blick ein bisschen nach verklumpter Berner Szene.

Aber: Das Mädel (Gisela Feuz) und die Jungs (noch nicht erwähnt: Raphael Urweider und Initiant Till Könneker) der Too Late Show zeigen Mut wie Engagement. Sie sorgen mit ihrem nicht so ganz einstudierten Programm für Unterhaltung der erfrischenden Art. Sie schlagen mit ihren Gästen ebenso Brücken zwischen verschiedenen Altersklassen wie zwischen Kulturszenen. Nicht zu vergessen ist die musikalische Begleitung der exquisiten Showband bestehend aus…lassen wir das Namedropping: Wir haben jetzt einige gute Gründe, warum diese Show einen Besuch wert ist.

Die in Mundart moderierte Too Late Show hat am 30.1. ihr Debüt gefeiert. Sie wird im Stil der klassischen Late-Night-Shows durch einen Showmaster geführt und durch verschiedene Sidekicks, eine Showband und wechselnde Showgäste ergänzt. Weitere Shows: 20.2., 27.3. und 24.4.

www.toolateshow.ch 

Puppenmacherei , von Maja Boss Puppenmacherei

Hier werden nicht nur Puppen oder Zwerge liebevoll von Hand gemacht, sondern auch allerliebste Kleider und Mützen für „echte“ Kinder bis zum Kindergartenalter. Selber gefärbte Nuscheli, härzige Köfferchen, „Chnebuross“ oder Deckbetten gefüllt mit Schweizer Schafwolle ergänzen das Angebot der Puppenmacherei in Schwarzenburg. Ein Laden für die kleinen Menschen unter uns und für die Grossen, die Spielsachen und Kinderkleider weg vom Mainstream suchen.

www.puppenmacherei.ch

Photo+Klang+Reisen , von Sophie Frei Photo+Klang+Reisen

Wer im Februar Fernsucht verspürt und gerne mal wieder in andere Länder abtauchen würde, der sollte die intermediale, audiovisuelle Performance Photo+Klang+Reisen in der Nydeggkirche in Bern nicht verpassen. Bei der aussergewöhnlichen Veranstaltung verbinden sich Bild, Klang und Raum zu einem sinnlichen Erlebnis für Auge, Ohr, Geist und Seele.

Von Bildsequenzen aus einem kleinen Urwald bei Basel, über atemberaubende isländische Fjord-, Eis- und Berglandschaften, bis hin zur Wüste und der pulsierenden, farbenfrohen Welt Marokkos, werden die Bilder von live gespielten Klangkompositionen und Gesang begleitet.

Die Vorstellung findet einmalig am Freitag, den 13. Februar um 20 Uhr in der Nydeggkirche in Bern statt. Der Eintritt ist frei – Kollekte.

Photo+Klang+Reisen, Freitag 13. Februar 2015, 20 Uhr, Nydeggasse, Nydeggkirche Bern

Buch & Wein , von Eleni Meyer Buch & Wein

Wer in Zürich in der Langstrasse umherkreuzt, sollte an der Ankerstrasse den Anker auswerfen und in eine Welt für Geniesser abtauchen. Ein Ort für Freunde von besonderer Literatur, die in gängigen Bücherläden nicht greifbar im Gestell steht, und dem richtigen Tropfen Wein dazu: Paranoia City.

Hinter dem kleinen Schaufenster verbirgt sich ein Vielfalt von Themen als Postkarten mit besonderen Sujets, DVDs und Büchern, die man vielleicht schon irgendwann mal registriert hat, aber hier zum ersten Mal so richtig zum Anfassen vor sich hat.

Die besondere Flasche Wein, zum Beispiel aus der georgischen Amphore, steht direkt neben der Reiseliteratur und erweitert das Erlebnis um einen weiteren Sinn.

www.paranoiacity.ch

Es grünt so grün... , von Michel Gygax Es grünt so grün...

Michael Klesse alias Freitagsgärtner setzt sich mit seinem taufrischen Projekt für die grüne Gestaltung im urbanen Dschungel und für die Pflege privater Erholungsoasen ein.

Das Angebot reicht von Gartenunterhaltsarbeiten, Gartengestaltungen, über Hecken- und Baumschnitt, bis hin zu Laub- und Schneeräumarbeiten. An seinem freien Tag, dem Freitag im speziellen, sattelt der Freitagsgärtner sein Betriebsfahrrad und ist im Raum Bern mit seinem Werkzeuganhänger unterwegs. 

Er hat den Gärtnerberuf in seiner Jugend erlernt, aktiviert somit vorhandene Ressourcen und setzt sich aus Überzeugung, körperlich und handwerklich für die Nachhaltigkeit und das Gedeihen der Stadt Bern ein.

Notiert euch schon mal den Winterschnitt für Olivenbaum & Co. in der Agenda... (WDH)

www.freitagsgaertner.ch

Darina die Süsse , von Eleni Meyer Darina die Süsse

Maria Matios kommt einem mit der herzergreifenden Geschichte auf bukowinischem Boden und ihren Beschreibungen so nahe, dass man fast die feuchte Erde riecht, den Bach fliessen hört und die Gesichter auf der Strasse wieder erkennen würde. Sie schreibt über den weiten Himmel, die Realität, Politik, Geschichte und Poesie – total ohne Kitsch, sehr feinfühlig, aber auch brutal.

Die Geschichte oder das Drama ereignet sich auf wenigen Quadratkilometern in einem Dorf im Grenzgebiet der Bukowina zu Rumänien und erzählt das Leben von Individuen und einem Volk, welches vom Krieg wechselnder Machthaber missbraucht und zerrissen wird. Dies mit seltsamer Poesie, welche die Leser schont und berührt, aber auch mit ungeschminkten Tatsachen erschreckt.

Die (auch politisch aktive) ukrainische Autorin Maria Matios hat den Roman 2005 veröffentlicht; er erhielt die beiden wichtigsten Literaturpreise ihres Heimatlandes.  

Rast: Raum für kulturelle Vielfalt , von Patrik Zeller Rast: Raum für kulturelle Vielfalt

Es gibt Entsetzte, die sich untätig darüber beschweren, sie würden jeglichem Freiraum beraubt. Es gibt Matadoren, die seit Jahren ihr ordentlich funktionierendes Programm verwalten. Und es gibt Menschen, die an neuen Lösungen zur kulturellen Vielfalt in Bern arbeiten, zum Beispiel das Projekt Rast.

Rast versteht sich als nomadische Plattform, die ungenutzte Räume erschliesst und so Bewegung und Austausch in der Kulturlandschaft fördert. Jedes gefundene Plätzchen bietet Raum für neue Experimente: von Speeddating über ad hoc-Bars in leer stehenden Gewerberäumen, Konzerten auf Dächern bis hin zu Ludo-Schänken und Pétanque im Park: Es hat für alle etwas dabei. 

Nicht zu vergessen ist der digitale Knotenpunkt Raum.Rast.Be, auf dem unkompliziert (temporär) leer stehende Räume und Liegenschaften gesammelt und für weitere Taten entdeckt werden. 

Zu Idee, Elan und Engagement des fünfköpfigen Teams bleibt mir nur ein Wort: Chapeau! (WDH)

Rast im Web: www.rast.be

Schaufenster , von Stefan Hugi Schaufenster

In Bern gibt es Un-Orte. Einer davon ist das Bollwerk. Ein Spaziergang entlang der Strassenschlucht ist jedenfalls wenig erbaulich. Schon mal das Trottoir auf Bahnhofseite benützt? Eben. Alles andere als schön. Doch seit 9. Januar belebt dort das Kunstprojekt «Transform» die verlassenen SBB-Räumlichkeiten im Parterre des Gebäudes am Bollwerk 12.

Kunstschaffende aus verschiedenen Sparten setzen sich mit dem Raum und seiner Umgebung auseinander und nutzen ihn als Bühne für Installationen, Konzerte und Performances. So entsteht eine Art Showroom. Wer an der grossen Fensterfront vorbeigeht, ist eingeladen, stehenzubleiben und teilzuhaben. Fast täglich lässt sich Neues entdecken. Die vierte Versuchsanordnung von Transform dauert bis am 13. Februar 2015.

Transform, Versuchsanordnung 4, www.transform.bz oder www.facebook.com/transform.bz

Esst Missfits! , von Sophie Frei Esst Missfits!

Geben wir es doch einfach mal zu: Auch wir stehen am Marktstand oder vor dem Verkaufsregal und greifen bei Früchten und Gemüsen zur makellosen, perfekt aussehenden Variante. Unbewusst assoziieren wir mit einem perfekten Aussehen von Früchten und Gemüsen Eigenschaften wie Frische, Geschmack und lange Haltbarkeit. Da unsere Kaufentscheidung in erster Linie von Aussehen und Preis abhängt, bietet der Detailhandel erst gar keine Früchte und Gemüse an, die in Form und Ästhetik aus der Reihe tanzen und nicht unseren optischen Ansprüchen genügen.

20-30% der Ernte schafft es gar nicht erst auf den Verkaufstisch, denn nicht normgerechte Produkte werden vorher aussortiert und entsorgt oder zu Tierfutter und Bio-Gas verarbeitet. Verschiedenste Kampagnen und Projekte machen auf diese Verschwendung von qualitativ einwandfreien Lebensmitteln aufmerksam.

CulinARy MiSfiTs ist zum Beispiel ein Ladencafé & kulinarische Werkstatt in Berlin. Hier werden aus Sonderlingen wie knolligen Pastinaken oder Rüebli mit drei Beinen, saisonale vegetarische Gerichte, Kuchen, Säfte und Workshops zum Thema angeboten. Krumme Gurke ist ein ähnliches Projekt in der Schweiz, aussortierte Lebensmittel werden z.B. an Mensen, Kantinen und Kindertagesstätten vermittelt.

CulinARy MiSfiTs Ladencafé & kulinarische Werkstatt: culinarymisfits.de / Projekt Krumme Gurke: krummegurke.ch

Der Schlüssel zu Bern , von Michel Gygax Der Schlüssel zu Bern

La clé bernoise ist eine wunderbare Marketing-Idee für lokale Gastronomie und Kulturanbieter. Man erwirbt sich einen solchen Führer und geniesst bei den Partnerbetrieben ein Abendessen oder einen kulturellen Anlass. Zum halben Tarif wohlgemerkt. Beziehungsweise wird einem, wenn man den Ort zu zweit besucht, ein Hauptgericht oder ein Eintritt offeriert.

So lernt man Restaurants, Kulturbetriebe und Künstler kennen. Man wird idealerweise Stammgast und alle haben Freude. Entwickelt wurde dieses Projekt von Alex Perina, der die Idee seit Jahren mit Herz und Leidenschaft umsetzt.

www.la-cle.ch