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Wie in einer anderen Welt , von Michael Klesse Wie in einer anderen Welt

Abwarten und Teetrinken in der Tadshikischen Teestube wird in Berlin Mitte seit Jahrzehnten (1976) zelebriert. Die Institution DDR hielt sich diesen Geheimtipp als Ort der Stille. Wie kommt eine tadshikische Teestube nach Berlin (Ost)? Damals im Hause der deutsch-sowjetischen Freundschaft wurde 1976 die Teestube eingebaut. Sie war 1974 auf der Leipziger Messe der Pavion für die zentralasiatischen Republiken. Das Interieur ist beeindruckend original: voller Schnitzereien und verziert mit floralen Mustern. 

Alle Generationen und auch alle Geldbeutel sollen sich hier versammeln können - und das klappt auch. Dank der herzhaft-engagierten Gastronomen. Hier werden kleine Snacks wie Blinis, Piroggen, Soljanka und Pelmeni serviert. Auf der Karte stehen unter anderem Russischer Rauchtee und Karawanentee, Ceylon oder China-Rosentee, japanische, englische Tees, Kräuter-, Grün- und Fruchttees.

Man ist in Berlin Mitte und doch nicht da, wie in einer anderen Welt, irgendwie abgeschieden. Gäste können sich entspannen, nachdenken, lesen. Immer noch ein Geheimtipp für mind. 20 bis 30 Personen. Man muss sich Zeit nehmen hier drinnen um im Schummerlicht auf Kissen rumzulümmeln, auf eine halbe Stunde reinschauen funktioniert nicht. Alles dauert ein bisschen länger, die Tees müssen erst ziehen. Die Verweildauer ist relativ hoch in der kleinen Oase im Grossstadttrubel. Montagabend ist Märchenstunde.

Die traditionelle Tadshikische Teestube, Oranienburger Str. 27 (im KunstHof), DE-10117 Berlin-Mitte, www.tadshikische-teestube.de