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Junggrasgrüne Oliven , von Sarah King Junggrasgrüne Oliven

Es ist unauffällig. So unauffällig, dass man sich nicht getraut, darüber zu schreiben, aus Angst, dass es an Unauffälligkeit und damit an Besonderheit verliert. Es ist am Boden, „Zur Erde – parterre“, wie Therese Hälg sagt. Sie führt das kulinarisch-kulturelle Lokal in Langenthal. Der Boden ist ihr Bereich.

Über Therese Hälg, unter dem Dach, da stellt der Künstler Urs Hug seine Kunst aus. Bilder. Installationen. Nirgendwo steht geschrieben: „Bitte nicht berühren“. So wird die Kunst im Vorbeigehen heimlich berührt. Sie berührt zurück. 

Derweilen drapiert Therese Hälg unten den Käse auf einem Teller. So unauffällig, dass sein Geschmack im Mund umso intensiver ist. Das ist auch Kunst. In einem Raum steht ein Computer auf einem Schreibtisch. Einfach so. In diesem Raum sitzt niemand. Dafür in den Räumen nebenan. Auf Fauteuils in Diskussionen vertieft, an einem langen Holztisch zu Wein aus Flaschen mit schönen Etiketten. Der Name spielt keine Rolle. 

Im Eingangsbereich, neben junggrasgrünen Oliven, so junggrasgrün, dass man gar nicht glaubt, dass es Oliven sind, spielen Männer Instrumente. Sie werden wieder gehen. Die junggrasgrünen Oliven aber, die bleiben. 

„Wollen Sie eine probieren?“, fragt Therese Hälg und noch bevor der Gast über die Konsequenzen eines Junggrasgrüneolivenverzehrs (das Wort wird dem schlichten Geschmack nicht gerecht) nachdenken kann, öffnet sie ein Glas. Extra für diesen einen Gast, der neugierige. Wegen einer Olive. Das ist kein Verkaufstrick. Sie freut sich einfach zuzusehen, wie die Olive im Mund verschwindet und im Blick des Gastes wieder in Erscheinung tritt. 

Der Gast will die Oliven kaufen. Und zusätzlich noch Caramel salé und Wein. Und frische Nudeln. Also doch ein Trick. Ein freundlicher. Darum bleibt der Gast – auf den Fauteuils, am langen Holztisch – und wenn er geht, kommt er wieder.  

Parterre Langenthal GmbH, Mühleweg 25, 4900 Langenthal, 062 530 35 35, www.parterre-langenthal.ch