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Hängebrügg-Beizli , von Maja Boss Hängebrügg-Beizli

Als Kind spielten meine Geschwister oft in der Auenlandschaft zwischen Frutigen und Adelboden und wenn wir uns weit „nach hinten“ getrauten, gelangten wir zum „Blamppi-Stäg“, über den man mehr schlecht und recht die Engstlige, den Bergbach, überqueren konnte, eine Mutprobe! Lange ist’s her, der marode Steg wurde vor über zehn Jahren durch eine 153m lange eindrückliche Hängebrücke ersetzt. Familie Wäfler, für welche der Steg als Verbindung von ihrem Haus zur Strasse unentbehrlich war und ist, haben hat, wie viele Menschen plötzlich über die neue Brücke an ihrem Haus vorbeikamen. Sie schenkte müden Wanderer erstmal Kaffee aus, bevor daraus das „Hängebrügg-Beizli“ wurde. Mit viel Leidenschaft bedienen sie unterdessen ganzjährig mit vorwiegend heimischen und eigenen Produkten Gäste aus aller Welt, die zu ihnen kommen, um die Hängebrücke zu begehen, vielleicht auch dich?

BnB Jura , von Léa Urben BnB Jura

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“ wusste schon Goethe auszurufen und wir tun es ihm gleich. Es gibt tatsächlich so viele schöne Orte, die wir noch nicht gut genug kennen – so beispielsweise auch den französischen Jura mit den Freibergen.

Um diese wunderschöne Gegend optimal zu erkunden, empfiehlt es sich, im BnB-Jura in Undervelier zu nächtigen, einem grosszügigen Gästezimmer in einem traditionellen Herrenhaus. Hier erwartet einen nebst dem sympathischen und herzlichen Gastgeber-Ehepaar Alice und Roger ein Frühstück im lauschigen Garten mit lokalen Produkten aus der Gegend. Mit etwas Glück, wenn die beiden nämlich zu Hause sind, kann man sich sogar abends bekochen lassen. Aus Gemüse, Kräutern und Früchten aus dem eigenen Garten zaubern die beiden ein leckeres Menu, welches im Idealfall gar von einem Stück Fleisch aus der Dorf-Metzgerei begleitet wird. Die Degustation der Weine aus der näheren Umgebung unter der kundigen Führung von Roger sind das i-Tüpfelchen dieses gemütlichen Abends.

Tagsüber lockt ein Spaziergang um den Étang de la Gruère, einem gestauten Moorsee, in dem zu Sommerzeiten auch das Baden erlaubt ist. Oder man macht eine kleine Wanderung entlang des Grenzflusses Doubs, welche sich wunderbar verbinden lässt mit einem leichten, aber bekömmlichen Mittagessen in einem am Doubs gelegenen Fisch-Restaurant (z.B. im Le Theusseret oder in der Auberge La verte-herbe, beide in Goumois).
Und wer dann immer noch nicht genug hat, dem sei ein Ausflug nach Delémont empfohlen, welches mit einer hübschen, pittoresken Altstadt aufwartet.

Belper Kulturtage , von Maja Boss Belper Kulturtage

Alle zwei Jahre organisiert Belp „seine“ Kulturtage, heuer ist es wieder so weit! An drei langen Wochenenden vom 17. Oktober bis 4. November 2018 wird den Besuchern eine breite Kulturpalette präsentiert: Ob Musik, Kunst, Literatur oder Theater, geboten wird einiges. Gespannt bin ich persönlich auf das Konzert der Camerata Bern, den Auftritt des Musik-Kaberetts „Les Trois Suisses“ und wie die beiden Schwestern Evelyn und Kristina Brunner  "Volksmusikinstrumente" wie das Schwyzerörgeli von einer neuen Seite beleuchten und interpretieren. Gespannt bin ich auch auf die Belper Westside-Story und hoffe insgeheim während der Kulrutage die velomobile Facebox anzutreffen und von Viktor Näf karikiert zu werden, wer weiss vielleicht klappts.

Belper Kulturtage 2018

Kunst, Handwerk und Kulinarik , von Michel Gygax Kunst, Handwerk und Kulinarik

Am 20. und 21. Oktober 2018 bringen Steinbeisser und der Kursaal Bern Sterneküche, Design und Kunst an einen Tisch – zur Premiere von «Experimentelle Gastronomie» in Bern. Eigens für diesen Anlass komponieren die Sterneköche Fabian Raffeiner vom Restaurant Meridiano und Simon Apothéloz der Eisblume ein rein pflanzliches Menu mit biologischen Erzeugnissen aus der Region, in Kollaboration mit zehn Künstlern die Besteck und Geschirr auf außergewöhnliche Art neu interpretieren. Die einzigartige Location bietet das einstige PTT-Hochhaus. So entsteht ein Gesamterlebnis, das zeitgenössische Gastronomie, Design und Architektur in einen spannenden Zusammenhang bringt und die Sinneserfahrung erweitert.

«Warum essen wir so wie wir es tun, und geht es auch anders?» Mit dieser Frage erforscht Steinbeisser neue Wege, bewusst zu essen. Zehn Künstler suchen Antworten, indem sie neue Arten von Besteck und Geschirr entwickeln, die mit allen Konventionen brechen. Diese einzigartigen Stücke werden individuell handgefertigt aus Materialien wie Ton, Glas, Papiermaché, Porzellan und Holz, um das kulinarische Erlebnis auf unerwartete Weise zu bereichern. Wir sind begeistester über soviel Handarbeit und Leidenschaft.

www.steinbeisser.org

Sein oder Nichtsein , von Reto Hügli Sein oder Nichtsein

Das kleine Berner Theaterkollektiv Theater Central feiert heuer sein 10-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum wagt sich die Gruppe an William Shakespeares Hamlet und setzt den Klassiker auf eine neue, noch nicht dagewesene Weise um – als Hamlet³.

Hamlet ist nicht zu beneiden: Der junge Mann verirrt sich im Taumel seiner Emotionen. Er will um jeden Preis den hinterhältigen Mord an seinem Vater rächen, doch er weiss nicht, welchen Weg er einschlagen soll. In blinder Wut handeln oder sich für rechtsstaatliches Kalkül entscheiden? Oder gar vor dem zweifelnden Verstand kapitulieren? Um diesen Zwiespalt zu verdeutlichen, sind in der Inszenierung gleich drei Schauspieler in der Rolle des Hamlet zu sehen: ein zaudernder, ein gewissenhafter und ein kämpferischer Hamlet. Und jeder der drei sucht sich seinen Weg.

Theater Central spielt «Hamlet³» vom 12. Oktober bis 3. November 2018 zehnmal im Theater am Käfigturm in Bern. Informationen und Tickets: www.theater-central.ch.

«Badwannepirate» stechen in See , von Nina Hübner «Badwannepirate» stechen in See

Am 16. September 2018 wird die neue Kinderlieder-CD im La Cappella in Bern getauft. Blubbernd, schaumig wohlig und spritzig kommen die Lieder daher und frischen den bekannten Kinderliederzirkus auf. Die Berner Musikerinnen und Komödiantinnen Jacqueline Bernard und Simone Schranz (ebenfalls mit dem Trio «siJamais» unterwegs) liessen das richtige Mass an Badesalz und wohltuenden Kräutern ins Wasser rieseln und komponierten Lieder über Tiere und Trost, Erinnerungen und Gedankenschlösser beim Einschlafen.

Gemeinsam mit einer spannenden Crew steuern die beiden Kapitäninnen geschickt über die weichen Wellen des Chansons, die Wirbel der Volksmusik und über das Wildwasser des Rock’n’Rolls. Kleine wie grosse Ohren dürfen sich auf das «Klangbad» freuen. Die Tickets für die Plattentaufe – ohne Flaschenwurf – sind direkt bei La Cappella erhältlich. CD, Liederproben und weitere Konzertdaten der «Badwannepirate» gibt es auf der Webseite. Leinen los!

Keltenfest , von Sarah Galatioto Keltenfest

Das Keltenhaus ist ein originalgetreuer Nachbau eines keltischen Rundhauses, basierend auf archäologischen Ausgrabungen. Es ist das Einzige seiner Art in ganz Europa. Die Eingangslinie ist exakt auf Ost-West ausgerichtet und die kreisförmige Holzkonstruktion im Innenbereich ist im goldenen Schnitt zur Wand gebaut. Die Materialien für den Bau des Hauses stammen allesamt aus der näheren Umgebung: Die Baumstämme für die Holzkonstruktion aus den Wäldern des Gantrischgebiets und der Lehm aus nahe liegenden Lehmgruben, die im Schwarzenburgerland häufig sind.

Das Haus wurde in reiner Handarbeit gebaut und besteht zu 99.5% aus natürlichen Materialien. Der Bau des Keltenhauses begann im Frühjahr 1990, musste dann aber, nach einem gesetzlich verordneten Baustopp, auf Eis gelegt werden. Erst das engagierte Eingreifen der damaligen SP-Politikerin Leni Robert machte es zwei Jahre später möglich, dass das Keltenhaus fertiggebaut werden konnte. Eingeweiht wurde die gelungene Fertigstellung des Keltenhauses mit dem 1. Grossen Fest beim Keltenhaus im Jahr 1993.

Heuer am 17. – 19. August 2018 findet bereits die 24. Ausgabe des grossen Festes statt. So entstand die Tradition des alljährlichen Sommerhighlights «Keltenfest», welches bis heute (mit zwei Ausnahmen) jeden August über die Bühne geht. Während drei Tagen begeistern Musiker/innen aus aller Welt das Publikum mit Folk, Reggae, Cumbia, Ska, Rock und Weltmusik unterschiedlichster Art. Marktfahrer bieten Kunsthandwerk aus eigener kreativer Quelle an, und auf dem Feuer brutzelt buntes Gemüse und Grünkern, mit frischen Kräutern aus dem Garten.

Das Fest hat und will keine Sponsoren und organisiert sich auf freiwilliger Basis, was heisst, dass nur die Musiker/innen und Artisten Geld verdienen. Das grosse Fest beim Keltenhaus besticht durch seine Einfachheit, seine ökologische Linie und natürlich durch den zauberhaften Standort bei Guggisberg.

www.keltenhaus.ch

Ein Festival für alle , von Michel Gygax Ein Festival für alle

Die Idee der Buskers-Festivals ist über 30-jährig und hat sich weltweit etabliert. Diese Open-Air-Festivals mitten in den Städten bieten dem Publikum für wenig Geld vielfältige kulturelle Eindrücke. Freier Zugang für alle garantiert maximale Publikumsnähe. Das Busker-Festival in Bern stehen für Qualität, Vielfalt, Toleranz, Lebendigkeit, Kreativität, Innovation und Austausch. Seit dem allerersten Berner Festival im Jahr 2004 versetzen jeweils Mitte August alljährlich rund 30 Gruppen auf 30 Plätzen aus der ganzen Welt die Berner Altstadt in Ausnahmezustand. Die Professionalität und künstlerische Vielfalt der eingeladenen Gruppen kombiniert mit der traumhaften Kulisse der schönen Altstadt Berns und dem aussergewöhnlichen kulinarischen Angebot machen Buskers Bern einzigartig. Wunderbar!

Donnerstag, 9. August bis Samstag, 11. August 2018. Musik, Artistik, Theater & Kulinarik. www.buskersbern.ch

Mehr als Theater , von Urs Hoschi Hostettler Mehr als Theater

Alle zwei Jahre und heuer bereits seit fast einem Monat kann man sich auf dem Hämeli in einer besonders vielschichtigen Inszenierung Gotthelfs schwarzer Spinne in verschiedene dunkle Epochen versetzen lassen.

Rund um den Hof Hämeli gibt es aber auch Köstlichkeiten und Kunsthandwerk aus dem Emmental zu erstehen und zu geniessen. In einer der Wirtschaften kann man ein währschaftes Znacht zu sich nehmen oder in der Pause mit den dargebotenen Getränken den Schreck herunterspülen.

Noch gibt es zu ein paar Vorstellungen Tickets und die Märitstände sind auf jeden Fall eine Spazierfahrt in die Emmentaler Hügelwelt wert!   

Spazieren muss ich unbedingt - Robert Walser im BOGA , von Sarah Galatioto Spazieren muss ich unbedingt - Robert Walser im BOGA

«Eines Vormittags, da mich die Lust, einen Spaziergang zu machen, ankam, setzte ich den Hut auf den Kopf, lief aus dem Schreibzimmer weg und die Treppe hinunter, um auf die Strasse zu eilen.» So beginnt Robert Walser (1878-1956) – der «Schweizer Kafka» – sein 1917 erschienenes Prosastück. Robert Walsers liebste Beschäftigung war spazieren. Er vollführte diese tägliche Tätigkeit aber nicht des sportlichen Zweckes wegen, sondern um sich zu inspirieren. Frische Luft schnappen ist für ihn träumend, in sich versunken durch die Welt gehen, Leute und die Natur beobachten und alles genau analysieren. Walser muss durch die lebendige Welt schlendern, nicht nur weil es gesund ist, sondern um sich beeinflussen zu lassen. Während seinen Bummeln fallen ihm viele Sachen auf, die er zu Hause in seine Werke verpackt. Ein Spaziergang macht ihm aber auch Freude und Spass, er weckt auf, tröstet und spornt ihn zu neuem Schaffen.

Robert Walser hätte sich im Botanischen Garten Bern wohl gerne die Beine vertreten. Nun können dies Literatur-Interessierte bis am 21. September 2018 an seiner Stelle tun: im Theaterspaziergang der Gruppe Mes:arts. Texte von Walser werden unter Bäumen gelesen vom Schauspieler Michael Enzler und musikalisch begleitet von der Cellistin Trude Mészár.

www.mesarts.ch/robertwalser