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Männerrunde am Mittag , von Stefan Hugi Männerrunde am Mittag

Es wird geplaudert und geraucht. Es werden Spielzüge kommentiert, kritisiert und mitunter gar korrigiert. Und es wird gespielt. Meist stundenlang.

Die Männer, die sich täglich zum Strassenschach auf dem Berner Bärenplatz treffen, sind mit vollem Einsatz und grosser Leidenschaft dabei. Unter den Augen des mehr oder weniger fachkundigen Publikums spielen sie Partie um Partie. Diskutieren, lamentieren, gestikulieren. Manchmal beobachten sie stumm, manchmal geraten sie in mittelschweren Aufruhr. Man wähnt sich auf einer Piazza im Süden.

Als Zuschauer amüsiert man sich königlich über die Männer beim königlichen Spiel. Ein kurzes Verweilen während der Mittagspause mit einer köstlichen Crêpe vom benachbarten Stand ist jedenfalls wohltuend und vergnüglich.


Wie in einer anderen Welt , von Michael Klesse Wie in einer anderen Welt

Abwarten und Teetrinken in der Tadshikischen Teestube wird in Berlin Mitte seit Jahrzehnten (1976) zelebriert. Die Institution DDR hielt sich diesen Geheimtipp als Ort der Stille. Wie kommt eine tadshikische Teestube nach Berlin (Ost)? Damals im Hause der deutsch-sowjetischen Freundschaft wurde 1976 die Teestube eingebaut. Sie war 1974 auf der Leipziger Messe der Pavion für die zentralasiatischen Republiken. Das Interieur ist beeindruckend original: voller Schnitzereien und verziert mit floralen Mustern. 

Alle Generationen und auch alle Geldbeutel sollen sich hier versammeln können - und das klappt auch. Dank der herzhaft-engagierten Gastronomen. Hier werden kleine Snacks wie Blinis, Piroggen, Soljanka und Pelmeni serviert. Auf der Karte stehen unter anderem Russischer Rauchtee und Karawanentee, Ceylon oder China-Rosentee, japanische, englische Tees, Kräuter-, Grün- und Fruchttees.

Man ist in Berlin Mitte und doch nicht da, wie in einer anderen Welt, irgendwie abgeschieden. Gäste können sich entspannen, nachdenken, lesen. Immer noch ein Geheimtipp für mind. 20 bis 30 Personen. Man muss sich Zeit nehmen hier drinnen um im Schummerlicht auf Kissen rumzulümmeln, auf eine halbe Stunde reinschauen funktioniert nicht. Alles dauert ein bisschen länger, die Tees müssen erst ziehen. Die Verweildauer ist relativ hoch in der kleinen Oase im Grossstadttrubel. Montagabend ist Märchenstunde.

Die traditionelle Tadshikische Teestube, Oranienburger Str. 27 (im KunstHof), DE-10117 Berlin-Mitte, www.tadshikische-teestube.de

Die Jagd nach dem Schnitzel in der Dose , von Michael Klesse Die Jagd nach dem Schnitzel in der Dose

Geocaching heisst diese moderne Schatzsuche auf unserem Planeten im urbanen Dschungel, sowie bei Fuchs und Hase in der Pampa. Mit GPS Gerät oder Smartphone kann die Suche nach versteckten Minidöschen bis handfesten Kisten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad bei Rätsel, Versteck und Terrain schon bei jeder Haustüre losgehen.

Was braucht man: Viel Zeit, Herzblut, entweder GPS Gerät oder App auf Iphone für 10.-, auf Android für 9.30.-, registrieren bei geocaching.com mit einem persönlichen Account, Wissen auf was man achten muss, Klamotten für draussen, evt.Tauschgegenstände für die Schatztruhe, bei grösseren Touren Picknick, Getränke.

Die Philosophie: "Raus aus den Sesseln"! Bewegen an der frischen Luft mit einem Ziel. Kultur und Natur entdecken, respektieren und erhalten. Neue Lust aufs Draussensein entwickeln, auch mit Kindern und Jugendlichen klasse.

Angefangen hat dieser Hype vor 13 Jahren in den USA, von GPS Freaks gegründet. Mittlerweile sind über 2 Millionen(!) Schätze weltweit registriert und versteckt. Für begeisterte Neueinsteiger gibt es einschlägige Einführungsliteratur im Buchhandel oder im Internet.

Ich habe dabei in Bern schon Orte entdeckt, die mir noch völlig fremd waren. Bei den aufgelisteten Cachs sind oft tolle Beschreibungen und Geschichten zum jeweiligen Gebiet und Hintergrund dabei.

www.geocaching.com

Tanzen im Quadrat , von Sophie Frei Tanzen im Quadrat

Verschiedene Stimmen wurden laut: "Ich würde mal wieder gerne so richtig tanzen gehen...". Zu sechst haben wir uns zusammengetan, um diesen Wunsch nicht nur uns selbst zu erfüllen. In einer Woche ist es endlich soweit. Das Tanzen im Quadrat Team lädt das erste Mal zum Tanzen ein und zwar ins Quadrat nach Zollikofen bei Bern. Passend zum Frühlingserwachen wird zu einem bunten Strauss an Liedern von den 50s bis zu den 2013s das Tanzbein geschwungen und das die ganze Nacht!

Im Quadrat in Zollikofen am Freitag, 19. April 2013, ab 21.00 Uhr.

Für Erwachsene. Eintritt Fr. 15.00.
Essen wer will ab 18 Uhr. Bitte reservieren.

www.facebook.com/TanzenimQuadrat; www.imquadrat.ch

Flott wandern, fein tafeln und hübsch schlafen! , von Michel Gygax Flott wandern, fein tafeln und hübsch schlafen!

In Lavin - im untern, weniger glamurösen Teil des Engadins - schlummert eine wunderbare Gastronomieperle. Fernab der grossen Touristenströme trohnt das Hotel Piz Linard, ganz in rosa Farben gehalten, hinter dem Dorfbrunnen mitten im Zentrum des Ortes.

Jedes Zimmer wurden von einem anderen Künstler gestaltet, mit Stil sanft renoviert und in verschiedenen Preisklassen hergerichtet.

In den Zimmerpreisen ist ein regionales Frühstücksbuffet und ein viergängiges, äusserst leckeres Abendessen inbegriffen. Zu der feinen, schnörkellosen Küche werden auserwählte Weine kredenzt.

Von Lavin aus kann man wunderbar in Richtung Nationalpark oder Scuol wandern. Sowohl im Winter als auch im Sommer. Tipp: Guarda. Ein traditionelles Engadiner Dorf mit viel Sonne und Ausssicht. Dabei im Restaurant Crusch Alba eine wunderbare Bündner Gerstensuppe geniessen.

www.pizlinard.ch

Schwein in besetzter Toilette , von Michael Klesse Schwein in besetzter Toilette

When pigs have wings oder das Schwein von Gaza ist der Titel der äusserst sehenswerten Filmgroteske über den Nahost-Konflikt. Dieser wird wohl nicht mit Lachsalven zu beenden sein. Leider! Trotzdem zeigt der französische Filmemacher Sylvain Estibal mit doppelbödigem und befreiendem Humor wie unüberwindbar erscheinende Hindernisse zu sprengen sind.

Die Story: Ein Schwein wird aus dem Meer gefischt und sorgt für allgemeinen Ausnahmezustand. Dieses ist weder koscher noch halal, also doppelt verboten. Der Unglücksrabe, der Fischer Jafaar, versucht alles, um das lästige Schwein wieder loszuwerden und beginnt dabei einen skurrilen, aber nicht ungefährlichen Handel, der seine klägliche Existenz verbessern wird.

Eine herzerfrischende Komödie in der jedoch der Realitätssinn nie abhanden kommt. Der Extremismus des Jihad und der Fundamentalismus der Siedler wirken genauso befremdlich wie absurd. 

Übrigens läuft der Film im Kellerkino in der Berner Altstadt. Wer da noch nicht war, dem ist dieses herzige Schmuckstück und Alternativkino an der Kramgasse 26 wärmstens zu empfehlen. Das Kellerkino existiert seit bald 40 Jahren und ist das erste und älteste unabhängige Kino in der Schweiz.

www.cineman.ch

www.dasanderekino.ch

Bonjour les amis , von Stefan Hugi Bonjour les amis

Keine Angst, diese Füsse trampeln nicht alles nieder, sie riechen nicht übel und sie treten keine Ärsche. Die Feet Peals sind eine muntere Truppe aus Bern. Seit mittlerweile 20 Jahren ziehen sie musizierend durch die Schweiz und bringen mit ihren fröhlich rumpelnden Chansons die Sonne in die Stube und müde Beine zum Tanzen.

Zum runden Geburtstag lädt die Band am 13. und 14. April 2013 zu zwei Konzerten, die heuer als Album erscheinen. Wer gerne jubilierend und applaudierend auf Tonträger gebannt werden möchte, macht sich auf in die La Cappella in Bern. Und wer einfach wieder einmal die charmanten Feet Peals sehen und hören möchte, natürlich auch.

Feet Peals, www.feetpeals.ch

Drei Damen vom Grill , von Stefan Hugi Drei Damen vom Grill

Es ist ein herzliches Trio, das die Gäste im «Le 9 ¾» zu einem Café mit Croissant, einem schnellen Imbiss oder einem günstigen Mittagsmenü empfängt. Die bunte Snack Bar steht in der Genfer Prärie und ist der einzige erfreuliche Anblick an einem Ort, wo die Stadt ausfranst und wo man sich nicht wirklich gerne aufhält. Es lockt gar eine kleine Terrasse – der 9 ¾ Beach –, die zwar mit Tischen, Bänken, Blumentöpfen und Ramsch arg vollgestopft ist, aber trotzdem für etwas Gemütlichkeit sorgt.

Beim Schwatz mit den sympathischen Damen an der Theke zu einem kräftigen Espresso lüftet sich das Geheimnis des ungewöhnlichen Namens. Das Häuschen steht am Zugang zur nahen S-Bahn-Station, eingeklemmt zwischen Strasse und Bahnlinie. Ähnlich wie das Gleis 9 ¾ am Londoner Bahnhof King’s Cross, von wo der Hogwarts-Express abfährt. Genau: Harry Potter. Glücklicherweise muss man für den Besuch des «Le 9 ¾» nicht durch eine Mauer rennen...

Le 9 ¾, Chemin de la Bergère 3, 1217 Meyrin, du lundi au vendredi de 7h à 19h

Ein Schmuckkästchen im Waadtland , von Sabine Keller Ein Schmuckkästchen im Waadtland

Das alte Römerstädtchen Avenches in der Nähe vom Murtensee, birgt viele verborgene Schätze. Um diese ausgiebig entdecken zu können ist natürlich die dazu passende Unterkunft unerlässlich. Das schmucke Atelier und B&B Alpes 29 mitten in der malerischen Altstadt lädt zum Verweilen und träumen ein.

Die Inhaberin Claudia Meyer führt das B&B mit viel Liebe und Sorgfalt; die Zimmer sind so ansprechend und heimelig eingerichtet, dass man da bleiben möchte! Morgens zaubert sie ein reichhaltiges Frühstück  mit selbst gebackenem Brot und regionalen Leckereien auf den Tisch. Im Preis ganz selbstverstänlich inklusive ist eine persönliche Art der Reiseführung mit vielen Tipps zur Erforschung der Region.

Der Garten hinter dem Haus lässt uns die Schweiz einen kurzen Moment vergessen und trägt uns direkt in die südliche Provence.

Claudia führt aber nicht einfach nur das B&B. Sie ist zugleich Künstlerin und Malerin  erteilt Wochenend- und Ferienkurse Kurse in Malen und Zeichnen. Ab und zu lädt sie auch andere Kursleiter ein. So findet zum Beispiel im Mai ein Sing-Wochenende statt. In unregelmässigen Abständen veranstaltet Claudia Meyer auch kleine Konzerte.

www.alpes29.ch

Zarbar: Vom DDR-Güezli bis Wodka , von Michael Klesse Zarbar: Vom DDR-Güezli bis Wodka

In Bern`s Mattenhofquartier hält das 6er Tram an der Cäcilienstrasse und genau vor der Zarbar. Dort hat die Zarschaft ihre Herzblut Cafe-Bar verwirklicht. Auf der kleinen Karte und Barkarte werden meist regionale Kostbarkeiten für den Durst und kleine Snacks bis zum Frühstück am Wochenende angeboten. Wie es die Zaren mögen, darf das DDR Güezli und eine Auswahl an Wodkadrinks nicht fehlen.

An den gemütlichen Aussentischen kann man sich in den Abendstunden von den letzten Sonnenstrahlen küssen lassen. Drinnen wird Kultur auf kleinem Raum geboten: Filmabende, Parties und Konzertchen.

Die Zarbar hat im Juni 2012 pünktlich zur Fussball EM in Polen und der Ukraine ihre Tore geöffnet. Sether wächst die Zarengemeinde auch über das Quartier hinaus. Die Zarbar, eine Cafe-Bar wie man sie sich wünscht, bei sich an der Ecke. Schnörkellos schön!

www.zarbar.ch