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Zeit für Grosses! , von Stefan Hugi Zeit für Grosses!

Medea. Was für eine Frau: Königstochter. Verliebt sich in einen Helden und folgt ihm in blinder Liebe. Wird vom Helden heldenhaft sitzen gelassen. Tötet ihren Bruder, ihre Nebenbuhlerin und schliesslich ihre Kinder. Grosses Drama!

Diesem Stoff hat sich «Faust Gottes» angenommen. Faust Gottes ist ein Kollektiv von Berner Studierenden und Kulturschaffenden, die - nach eigener Aussage - nicht die Faust im Sack machen sondern kräftig auf die Bretter, die die Welt bedeuten, hauen wollen. Und das gelingt ihnen mit diesem griechischen Epos auf prächtige Art und Weise.

Medea ist vergnüglich, schmissig und beeindruckend umgesetzt. Unterstützt vom Orchester Campo fiorente und dem Chor Suppléments musicaux, beweist Faust Gottes, dass grosses Theater auch abseits der Bühnen des Stadttheaters möglich ist.

Faust Gottes spielt Medea noch am 10. und 11. Januar im Tojo Theater - www.faustgottes.ch

Härdöpfeler , von Maja Boss Härdöpfeler

Beim Wort Härdöpfeler nur an Hochprozentiges zu denken, ist weit gefehlt. „Härdöpfeler“ gibt’s auch auf der Bühne, vollkommen nüchtern. In einer Improtheater-Show spielen jeweils drei Mitglieder des Berner Theaters TAP (Theater am Puls) mit viel Enthusiasmus um die Gunst des Publikums: Gewinnen kann, wer mit Charme, Witz, Gesten und Schlagfertigkeit „den Puls“ des Publikums spürt und dieses für sich begeistern kann. Begleitet von musikalischen Einlagen erwartet einem ein einmaliger Abend zum herzhaft Mitlachen. 

www.la-cappella.chwww.theaterampuls.ch

Liebe und Zufall , von Eleni Meyer Liebe und Zufall

Der neue Film "Liebe und Zufall" von Fredi Murer ist ergreifend, morbid, echt, fantastisch und geht unter die Haut.

Eine Geschichte, wie sie wirklich passieren kann, so erzählt, dass einem die kleinen Wunder im Leben das Herz beben lassen. Die Darsteller sind mit ihren Rollen verwachsen und wir erkennen die Figuren aus unserem Leben: auf der Strasse, in der Migros, auf der Parkbank und am Bahnhof, aus den Sternstunden unseres eigenen Lebens.

Schauspielerisch hervorheben möchte ich Sibylle Brunner und Silvana Gargiulo. Sie verkörpern ihre Rollen perfekt. Die Geschichte ist inspiriert vom Vermächtnis Fredi Murers Mutter.

www.vegafilm.com/titel/liebe-und-zufall-2014

Mir stinkt das Glück , von Maja Boss Mir stinkt das Glück

Marjolaine Minot spielt die liebenswürdige, schrullige, auch etwas skurrile Claudine, welche alleine in einer kleinen Wohnung, vollgestopft mit Büchern und mit weiteren von ihr geliebten Gegenstände, haust. Ihr stinkt das Glück, weil es immer dort ist, wo man selber nicht ist. Und doch scheint sie ihres inmitten ihrer Wohnung gefunden zu haben. Eine tragische „Ein-Schauspieler-Komödie“ mit viel Charme und Poesie über eine eher ruppige alte Frau unter deren Weste, viel Menschlichkeit steckt.  Brillant gespielt von Marjolaine Minot.

Marjolaine Minot wurde in Frankreich geboren, ist ausgebildete Clownin und Wahlbernerin.   

www.marjolaine-minot.com

Rock'N'Roll!! , von Karin Müller Rock'N'Roll!!

Allzuhäufig passiert es mir ja heutzutage nicht mehr: DeepPurple bewirkt's nach wie vor und auch LedZeppelin; Lenny Kravitz hat's mit einigen Songs geschafft. Und nun, Ende des Jahres 2014, Call Me Ramsey! Die 5 jungen Herren aus Bern spielen so richtig schönen, dreckigen Gitarrenrock, bei dem man sofort die Stereoanlage aufdreht und die Luftgitarre zückt, wie zu alten Zeiten.

Es gibt sie seit über zehn Jahren, aber jetzt gibt es sie dann auf Platte. Am 14. November taufen sie ihr Debut "Too Stubborn To Please" in der Turnhalle im Progr. Lasst uns alle hingehen und einer Band zujubilieren, die jeglichen Modeströmungen zu trotzen scheint und das spielt, was ihnen Spass macht und gefällt.

Und wer die dickköpfigen Jungs im Gegensatz zur Berner Kulturförderung ein bisschen unterstützen möchte, kann das auf wemakeit.com tun. 

www.callmeramsey.ch

Entspannt rotieren , von Sarah King Entspannt rotieren

Auf die kälteren Tage hin ein entspannender Tipp: "Lomi". Der Name lässt es erahnen: lang, voll und sanft. In diese Richtung entwickeln sich Körper und Seele während zwei Stunden hawaiianischer Massage. Wie sich das anfühlt? Als hätten Hände Augen. Unweigerlich entdecken sie jede angespannte Muskelfaser, erspüren steife Gelenke und machen selbst die eine oder andere Seelenblockade ausfindig. Sie streichen von Kopf bis Fuss, lassen Bänder und Sehnen wachsen, Gelenke rotieren, und geben jedem der 34 Rückenwirbel einen Moment lang das Gefühl, er sei einzigartig. Und der Kopf? Der räumt sich derweilen auf, stellt seine Gedanken auf die Seite, vergisst sich selbst, bis er meint, er döse am Meer, 27 Grad, die Wellen rauschen, selbst wenn die zwei Stunden um sind.

Die Lomi-Massage bietet Andreas Hänzi in seiner dezent, aber liebevoll eingerichteten Praxis in der Länggasse an. Für seine Arbeit verwendet er ausschliesslich Bio-Produkte. Raumtemperatur und Musik passt er den individuellen Bedürfnissen an.

www.andreashanzi.ch.

Stadtgemüse , von Sophie Frei Stadtgemüse

Bis zum 2. November 2014 ist die Sonderausstellung zum Thema Stadtgemüse für Menschen mit und ohne grünen Daumen im Museum Mühlerama, in der Mühle Tiefenbrunnen in Zürich noch geöffnet.

Urban Gardening-Projekte spriessen weltweit aus dem Boden: Eine Bewegung rund um das Säen, Anpflanzen und Ernten von Pflanzen auf öffentlichen städtischen Grünflächen, in Schrebergärten, auf Dächern oder auf dem eigenen Balkon.

In der Ausstellung in Zürich erzählen begeisterte StadtgärtnerInnen auf einem Hörspaziergang von ihren Erfahrungen, es gibt einen Hofgarten mit fast 100 Gemüsesorten sowie geheimnisvolle und bedrohte Samen zu entdecken. Wer möchte kann zum Schluss selbst aktiv werden, einen Samen pflanzen und ihm zu Hause beim Wachsen zusehen!

Museum Mühlerama: Ausstellung Stadtgemüse

Zentralmarkt rund um die Dampfzentrale , von Michael Klesse Zentralmarkt rund um die Dampfzentrale

Nach der Idee, einen kleinen, aber feinen Markt, der schön und gesetzt ist und welcher interessante, ästhetische und gepflegte Gebrauchtwaren in einer einzigartigen Ambiance anbietet, haben die ehemaligen Organisatoren des Reithallenflohmarkts bereits im Jahr 2006 einen Neuanfang gewagt.

Familiäre Stimmung wird hier ausgestrahlt. HändlerInnen müssen sich registrieren, denn Elektroschrott, Handys und vor allem Hehlerei hat hier nichts verloren! Der Zentralmarkt hat sich zwischen Flohmarkt (Estrichräumung) und Brocante (Antiquitätenschau) positioniert.

Hier findet der klassische Austausch von Ware und Bargeld statt, befreit von preistreibenden Faktoren wie Werbung, Marketing und Ladenmieten. Diese archaische Handelssituation ist als Kontrastpunkt zum technisierten, durchgestylten Konsum in Shopping Malls sehr erfrischend. Ebenfalls wird hier für die Nachhaltigkeit und gegen die Wegwerfmentalität gewirkt. 

Immer am letzten Sonntag im Monat versammeln sich die HändlerInnen rund um die Berner Dampfzentrale zum fröhlichen Tauschen.

Verein Zentralmarkt rund um die Dampfzentrale, www.zentralmarkt.be, www.dampfzentrale.ch

Heitere Fahne - Die Idealistenkiste , von Michael Klesse Heitere Fahne - Die Idealistenkiste

In der ehemaligen Gurtenbrauereiwirtschaft in Wabern bei Bern hat das Kollektiv "Frei_Raum inklusive Kultur" als "Die Heitere Fahne" ihre Flagge gehisst. Fröhliche Idealisten haben vor einem Jahr mit Begeisterung und Enthusiasmus innert kürzester Zeit in lauter Eigenarbeit ein neues Zentrum für Kultur, Soziales und Gastronomie gezaubert.

Die Idee steht dahinter, dass es im Raum Bern einen Ort geben soll, wo es im Zusammensein mit den verschiedensten Menschen darum geht, Kunst-, Arbeits-, Genuss- und Lebensräume zu schaffen, in denen sich Menschen frei und ungezwungen begegnen, austauschen und einbringen können. Der Gedanke der Inklusion aller Menschen (mit und ohne Behinderung, nämlich mit Besonderheiten) soll sich durch das gesamte Projekt ziehen und in allen Bereichen zum Tragen kommen.

Kultur und Kunst soll allen zugänglich sein, sowohl das Schaffen als auch der Konsum. Dorfbewohner, sowie Aussenstehende sollen einen Ort erhalten um gemütlich zusammen sitzen zu können, wo eine marktgerechte, saisonale, frische und faire Küche liebevoll zubereitete Speisen serviert. Das Kulturprogramm ist riesig, abwechslungsreich und grenzenlos. Mit viel freiwilligem und unermütlichem Einsatz ist dies möglich. So sieht der Aufbruch zu einer sozial faireren und kulturell reicheren Welt aus. Bravo, Hut ab!

Die Heitere Fahne - Die Individualistenkiste, Dorfstrasse 22/24, 3084 Wabern, www.dieheiterefahne.ch

Die Perle am Vorderrhein , von Eleni Meyer Die Perle am Vorderrhein

"Surselva" heisst auf rätoromanisch "über dem Wald", doch für mich ist Sevgein schon eher etwas "über der Welt". Das schmucke Bergdorf Sevgein liegt auf einer Terrasse in der Surselva mit Weitblick in die Gipfel und übers Vorderrheintal. Hier hat die Familie Aubry eine Perle geschaffen.

Gemeinsam und mit grosser handwerklicher Familienkompetenz (Steinbildhauerei, Schreinerei, zeichnerische Planung, biologisch dynamischer Gartenbau und Kochkunst aus Frischprodukten) wurde der am alten Wohnhaus angebaute Stall neu gestaltet und zum kleinen Ferienhaus umgebaut. Umrundet von Blumen sowie Kräutern, Beeren und Gemüse, die - ganz Selbstversorger - für das feine Mehrgangmenü verwendet werden. Es ist ein Ort zum Staunen, Ausruhen und Geniessen entstanden.

Papaver33, Marlen Aubry, Fir 33, 7127 Sevgein, www.papaver33.ch