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Rip bedeutet nicht immer rest in peace... , von Marlis Nattiel Rip bedeutet nicht immer rest in peace...

Eine überdurchschnittliche Körpergrösse hat einige Vorteile. In der Masse hat man den Überblick. In der Regel erreicht man auch die Lebensmittel auf den obersten Regalen. Dafür ist es dann mit den Konfektionsgrössen schwierig. Einteilige Badeanzüge? Unmöglich. 

Nun habe ich mir schon lange (lange) einen klassischen Einteiler, marineblau, gewünscht. Der Wunsch hatte schon fast bucket-list-Status. Dank einem Zeitungsartikel bin ich dann auf Kathy Brunners Atelier, rip307, gestossen.  

Der Name rip (reissen) ist ein Begriff im Wasserspringen und bezieht sich auf das spritzerlose Eintauchen ins Wasser. Kathy war früher Wasserspringerin - und wie sie mir erzählt hat, ist ein rip entry ein Muss für jeden guten Springer. Bei technisch sauberer Ausführung entsteht ein Geräusch, das wie das Reissen eines Stoffes oder Papiers klingt. 307 ist eine Nummer für einen Sprung: 3½ Auerbachsalto. 

Eigentlich entwirft und fertigt Kathy für richtige Schwimmerinnen und Schwimmer und am liebsten für Wasserspringer – sie ist dieses Jahr die Sponsorin der Nationalmannschaft Wasserspringen. 

Aber sie näht eben auch nach Mass für Leute wie mich, die sich ab und zu die Aare hinuntertreiben lassen oder in einem See ein paar Runden drehen. Nun bekomme ich einen marineblauen Einteiler, der perfekt passt.

www.rip307.ch

Papier wie vor hundert Jahren , von Marlis Nattiel Papier wie vor hundert Jahren

Vera Dauchers Laden befindet sich schräg vis-à-vis vom „Parterre“ in der Länggasse und strahlt eine ausgeschlafene Ruhe aus, die von einem Cognac-farbenen Kater mit grosser Gelassenheit gehütet wird. 

Vera verkauft Papier. Es sind besonders schöne Notizbücher, Stifte, Schreibpapiere...   

Mir haben es aber vor allem die grossen Bögen angetan: Ich benutze sie als Geschenkpapier, um Notizhefte einzufassen und ab und zu bringe ich einen Bogen als Mitbringsel, so schön sind diese Papiere.

Daucher Papeterie, Hallerstrasse 2, Bern / www.facebook.com/DaucherPapeterie

Fleisch von glücklich weidenden Tieren , von Sophie Frei Fleisch von glücklich weidenden Tieren

Wer gutes Fleisch geniessen möchte, wissen will woher das Fleisch kommt und wie die Tiere gehalten wurden, der kauft am besten direkt beim Produzenten ein.

Qualitativ hochwertiges Fleisch aus artgerechter Tierhaltung erhält man zum Beispiel vom Hof Niederried. Samuel Bühlmann, der Sohn von Hanspeter und Katharina Bühlmann, die den biodynamischen Hof führen, weiss wovon er spricht wenn er von seinen Anguskühen erzählt. Die Tiere weiden fast das ganze Jahr über auf den saftigen Wiesen des Emmentals, werden in einer Mutterkuh-Herde gehalten und respektvoll behandelt.

Das alles wirkt sich natürlich auch auf die Qualität des Fleisches aus und erfreut den Gaumen: Aromatisch im Geschmack, schön marmoriert und feinfaserig – die charakteristischen Merkmale dieser ursprünglich aus Schottland stammenden Rasse. Wichtig ist es der Familie Bühlmann zudem, dass das ganze Tier verwertet und nichts verschwendet wird. Neben dem Angusfleisch gibt es auch eine herzhafte Happy Wurst!

Auf der Internetseite findet man unterschiedliche Päckli zur Online-Bestellung und die monatlichen Liefertermine, an denen das Fleisch frisch ausgeliefert wird. Wer Samuel oder seinen Bruder lieber persönlich kennenlernen will, der geht am besten donnerstags in Bern zum Abendmarkt auf der Allmend der alten Feuerwehr Viktoria ab 17 Uhr.

Niederried Fleisch, Biohof Niederried, Schwanden im Emmental

Der Tessiner am Stutz , von Reto Hügli Der Tessiner am Stutz

Luca Petraglio ist ein waschechter Tessiner. Wohnen tut er allerdings seit Jahren schon im Berner Mattenhofquartier. Als an der Schwarzenburgstrasse 8 ein Ladenlokal frei wurde, verabschiedete sich der Informatikspezialist von Bits und Bytes und wandte sich den kulinarischen Genüssen seines Heimatkantons zu.

«Il Botteghino» heisst das Quartiergeschäft in der Nähe des Eigerplatzes. Petraglio bietet in seinem kleinen aber feinen Laden vieles: Polenta, Käse, Joghurt, Salametti, Gazosa ticinese, Bier aus kleinen Brauereien, Grappa, Wein, Kastanienflocken und vieles mehr: Alle Produkte stammen ausschliesslich aus dem Tessin. Jeden Monat fährt Luca Petraglio in seine Heimat und holt die erlesenen Produkte höchstpersönlich ab.

Wem das Tessin trotz Eisenbahn-Basistunnel zu weit weg ist und wer den Stau auf der Gotthard-Autobahn fürchtet, dem sei das «Botteghino» wärmstens empfohlen: Mit dem Velo, dem 10er-Bus oder zu Fuss.

Il Botteghino, Schwarzenburgstrasse 8, 3007 Bern
Öffnungszeiten: Di–Fr 10–14 Uhr und 16.30–20 Uhr, Donnerstag bis 22 Uhr, Samstag 10–17 Uhr

Des Biberbäckers Kunsthandwerk , von Ursina Steiner Des Biberbäckers Kunsthandwerk

In der Leibacher Bibermanufaktur im Zürcher Oberland stellen die Gebrüder Claudio und Silvan aus regionalen Biorohstoffen kleine essbare Kunstwerke her. Die Mandel-, Honig- und Anisbiber sind nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch eine Augenweide – und Relikt einer alten Tradition. Claudio Leibacher, der ältere Bruder, ist Historiker und kennt die Geschichte der Biber- und Lebkuchentraditionen wie kaum ein anderer. Das Kunsthandwerk der Zuckerbäcker von damals faszinierte ihn so sehr, dass er sich alte Biberformen erwarb und beruflich umsattelte. Auf die Konditorenlehre folgte eine Ausbildung zum Kunstschnitzer. 

Heute ist Claudio Leibacher gemäss eigenen Angaben der einzige Biberbäcker, der seine Formen selber schnitzt. Apfel- oder Birnbaumholz eigne sich besonders gut dafür, weiss er. Das harte Holz garantiere Langlebigkeit. Schliesslich denkt man als Historiker immer auch ein bisschen an die künftige Geschichtsforschung über die heutige Gegenwart.

www.biber-manufaktur.ch

Von Bündner Nusstorten und Pfirsichsteinen , von Maja Boss Von Bündner Nusstorten und Pfirsichsteinen

Über mehrere Jahrhunderte verliessen mittellose Engadiner ihre Heimat, um in der Fremde ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie verdingten sich jedoch nicht als Söldner oder Knecht, wie man vermuten würde, sondern erlernten das Zuckerbäckerhandwerk. Von Venedig bis Warschau – in über 800 Ortschaften Europas lassen sich Bündner Zuckerbäcker nachweisen, sie eröffneten Konditoreien und brachten es nicht selten zu stattlichem Vermögen. Einige kehrten zurück und ihre Nachfahren beweisen die Zuckerbäckerkunst bis heute.

Das berühmteste Beispiel ist wohl die Engadiner Nusstorte oder die Bündner Pfirsichsteine, ein Konfekt, welches Arthur Bühler – ein Zuckerbäcker aus Leidenschaft – nach einem fast 130-Jahre altem Geheimrezept nach wie vor in Chur herstellt. Bühlers kleine aber feine Zuckerbäckerei wartet mit weiteren Churer- und Bündner Delikatessen auf und befindet sich am Obertor, mitten in der Churer Altstadt.

Bühler's Zuckerbäckerei, am Obertor, 7000 Chur

Ur-Kaffee , von Ursina Steiner Ur-Kaffee

In den Bergen der äthiopischen Provinz Kaffa soll der Kaffeebaum Caffea arabica seinen genetischen Ursprung haben. Noch immer wachsen dort über 5000 verschiedene Arabica-Sorten – uralte, moosbehangene Bäume – mitten im dichten Regenwald. 

Dank dem Sammlerfleiss der lokalen Bergbevölkerung und einer Initiative des Fair-Trade-Unternehmens Originalfood ist Ur-Kaffee auch für unsereins erlebbar: Die Kaffa-Bohnen gibt es in Bioläden oder frisch ab Rösterei in der neu eingerichteten Kaffeewerkstatt in Kriens LU zu kaufen. 

Und wer die ganze Fülle an purem Aroma und unverfälschtem Geschmack von einem Kaffeologen begleitet erfahren will, dem sei ein Kaffeehandwerker-Workshop brühend heiss empfohlen.

www.originalfood.ch

Blumenmeer , von Regula Keller Blumenmeer

Miriam Hans sprengt mit ihren Blumenkreationen die Grenzen konventioneller Floristik. Als Gefäss können Tassen und Saucieren dienen. Sogar Schuhe lässt sie floral bestücken. All dies kann für eine Hochzeit, einen Firmenanlass und auch für eine Trauerfeier bestellt werden.

Ihre Leidenschaft, unterschiedlichste Materialien, Farben und Düfte zu kombinieren, ist mir bereits an mehreren Märkten positiv aufgefallen. Auch wenn in naher Zukunft kein Fest ansteht, möchte man lange von den fantasievollen Blumenkreationen umgeben sein und ab und zu über ein gelungenes Detail staunen. (wdh)

www.fleurdeluxe.ch

Bänz – natürlicher Durstlöscher aus der Region , von Sophie Frei Bänz – natürlicher Durstlöscher aus der Region

Gut schmecken sollte das Getränk und echt sollte es sein! Also aus Direktsaft, ohne Zusatzstoffe und ausschliesslich mit regionalen Zutaten zubereitet. Yves Bütikofer aus Bern verwirklichte sich diesen Traum und entwarf im Berner Breitsch-Quartier die Bänz-Kollektion: Erfrischende Getränke wie Apfel-Cassis, Apfel-Kirsche, Apfel-Erdbeere, Apfel-Traube oder purer Apfelsaft.

Ein wahrer Mehrwert auf dem Getränkemarkt! Denn für die hochwertigen Bänz Getränke werden nicht nur 100% Früchte aus der Region verwendet, sondern es wird auch ein Beitrag gegen die Verschwendung von Lebensmitteln geleistet: Früchte, die der Detailhandel zurückweist, werden zu Bänz-Getränken verarbeitet. Auf jeder Flasche kann man nachlesen, von welcher Bauernfamilie die Früchte stammen. Mittlerweile sind die auffälligen Glasfläschli mit Schraubverschluss in vielen Berner Cafés und Läden zu finden.

www.baenz.ch / www.fb.com/baenz.ch

Sauwohl! , von Reto Hügli Sauwohl!

In Kleinandelfingen, Henggart, Nürensdorf und Wattenwil leben besonders glückliche Schweine. Warum? Bei «Mein Schwein» hat jedes Tier etwa 300 Quadratmeter zur Verfügung. Die Ferkel kommen in kleinen Gruppen auf die Schweinewiesen. Diese strukturieren sie in Wühl-, Ruhe- und Kotplätze. Den Rest bereitet das Team von «Mein Schwein» möglichst tiergerecht vor: Isolierte Hütten dienen als Unterschlupf, es gibt Schattenplätze, eine Suhle und einen Fressplatz.

Wie kommst du zu einem Schwein? Bestelle online einen Viertel, ein halbes oder ganzes Freilandschwein. Nach erfolgter Anzahlung kommen alle bestellten Ferkel für vier Monate auf die Wiese. Danach erhältst du die entsprechende Menge Fleisch: Ein Viertel entspricht ungefähr 15 Kilo. Zwei weitere Kilo werden zu Rohess-Schinken und -Speck verarbeitet.

Momentan können die «Frühlingsschweine» bestellt werden, das Fleisch wird im Sommer geliefert – zur Grillsaison. Tipp: Teile das Fleisch mit Freunden, Verwandten und Bekannten.

Mein Schwein GmbH, Ackeretstrasse 17, 8400 Winterthur, www.mein-schwein.ch