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Des Biberbäckers Kunsthandwerk , von Ursina Steiner Des Biberbäckers Kunsthandwerk

In der Leibacher Bibermanufaktur im Zürcher Oberland stellen die Gebrüder Claudio und Silvan aus regionalen Biorohstoffen kleine essbare Kunstwerke her. Die Mandel-, Honig- und Anisbiber sind nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch eine Augenweide – und Relikt einer alten Tradition. Claudio Leibacher, der ältere Bruder, ist Historiker und kennt die Geschichte der Biber- und Lebkuchentraditionen wie kaum ein anderer. Das Kunsthandwerk der Zuckerbäcker von damals faszinierte ihn so sehr, dass er sich alte Biberformen erwarb und beruflich umsattelte. Auf die Konditorenlehre folgte eine Ausbildung zum Kunstschnitzer. 

Heute ist Claudio Leibacher gemäss eigenen Angaben der einzige Biberbäcker, der seine Formen selber schnitzt. Apfel- oder Birnbaumholz eigne sich besonders gut dafür, weiss er. Das harte Holz garantiere Langlebigkeit. Schliesslich denkt man als Historiker immer auch ein bisschen an die künftige Geschichtsforschung über die heutige Gegenwart.

www.biber-manufaktur.ch

Von Bündner Nusstorten und Pfirsichsteinen , von Maja Boss Von Bündner Nusstorten und Pfirsichsteinen

Über mehrere Jahrhunderte verliessen mittellose Engadiner ihre Heimat, um in der Fremde ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie verdingten sich jedoch nicht als Söldner oder Knecht, wie man vermuten würde, sondern erlernten das Zuckerbäckerhandwerk. Von Venedig bis Warschau – in über 800 Ortschaften Europas lassen sich Bündner Zuckerbäcker nachweisen, sie eröffneten Konditoreien und brachten es nicht selten zu stattlichem Vermögen. Einige kehrten zurück und ihre Nachfahren beweisen die Zuckerbäckerkunst bis heute.

Das berühmteste Beispiel ist wohl die Engadiner Nusstorte oder die Bündner Pfirsichsteine, ein Konfekt, welches Arthur Bühler – ein Zuckerbäcker aus Leidenschaft – nach einem fast 130-Jahre altem Geheimrezept nach wie vor in Chur herstellt. Bühlers kleine aber feine Zuckerbäckerei wartet mit weiteren Churer- und Bündner Delikatessen auf und befindet sich am Obertor, mitten in der Churer Altstadt.

Bühler's Zuckerbäckerei, am Obertor, 7000 Chur

Ur-Kaffee , von Ursina Steiner Ur-Kaffee

In den Bergen der äthiopischen Provinz Kaffa soll der Kaffeebaum Caffea arabica seinen genetischen Ursprung haben. Noch immer wachsen dort über 5000 verschiedene Arabica-Sorten – uralte, moosbehangene Bäume – mitten im dichten Regenwald. 

Dank dem Sammlerfleiss der lokalen Bergbevölkerung und einer Initiative des Fair-Trade-Unternehmens Originalfood ist Ur-Kaffee auch für unsereins erlebbar: Die Kaffa-Bohnen gibt es in Bioläden oder frisch ab Rösterei in der neu eingerichteten Kaffeewerkstatt in Kriens LU zu kaufen. 

Und wer die ganze Fülle an purem Aroma und unverfälschtem Geschmack von einem Kaffeologen begleitet erfahren will, dem sei ein Kaffeehandwerker-Workshop brühend heiss empfohlen.

www.originalfood.ch

Blumenmeer , von Regula Keller Blumenmeer

Miriam Hans sprengt mit ihren Blumenkreationen die Grenzen konventioneller Floristik. Als Gefäss können Tassen und Saucieren dienen. Sogar Schuhe lässt sie floral bestücken. All dies kann für eine Hochzeit, einen Firmenanlass und auch für eine Trauerfeier bestellt werden.

Ihre Leidenschaft, unterschiedlichste Materialien, Farben und Düfte zu kombinieren, ist mir bereits an mehreren Märkten positiv aufgefallen. Auch wenn in naher Zukunft kein Fest ansteht, möchte man lange von den fantasievollen Blumenkreationen umgeben sein und ab und zu über ein gelungenes Detail staunen. (wdh)

www.fleurdeluxe.ch

Bänz – natürlicher Durstlöscher aus der Region , von Sophie Frei Bänz – natürlicher Durstlöscher aus der Region

Gut schmecken sollte das Getränk und echt sollte es sein! Also aus Direktsaft, ohne Zusatzstoffe und ausschliesslich mit regionalen Zutaten zubereitet. Yves Bütikofer aus Bern verwirklichte sich diesen Traum und entwarf im Berner Breitsch-Quartier die Bänz-Kollektion: Erfrischende Getränke wie Apfel-Cassis, Apfel-Kirsche, Apfel-Erdbeere, Apfel-Traube oder purer Apfelsaft.

Ein wahrer Mehrwert auf dem Getränkemarkt! Denn für die hochwertigen Bänz Getränke werden nicht nur 100% Früchte aus der Region verwendet, sondern es wird auch ein Beitrag gegen die Verschwendung von Lebensmitteln geleistet: Früchte, die der Detailhandel zurückweist, werden zu Bänz-Getränken verarbeitet. Auf jeder Flasche kann man nachlesen, von welcher Bauernfamilie die Früchte stammen. Mittlerweile sind die auffälligen Glasfläschli mit Schraubverschluss in vielen Berner Cafés und Läden zu finden.

www.baenz.ch / www.fb.com/baenz.ch

Sauwohl! , von Reto Hügli Sauwohl!

In Kleinandelfingen, Henggart, Nürensdorf und Wattenwil leben besonders glückliche Schweine. Warum? Bei «Mein Schwein» hat jedes Tier etwa 300 Quadratmeter zur Verfügung. Die Ferkel kommen in kleinen Gruppen auf die Schweinewiesen. Diese strukturieren sie in Wühl-, Ruhe- und Kotplätze. Den Rest bereitet das Team von «Mein Schwein» möglichst tiergerecht vor: Isolierte Hütten dienen als Unterschlupf, es gibt Schattenplätze, eine Suhle und einen Fressplatz.

Wie kommst du zu einem Schwein? Bestelle online einen Viertel, ein halbes oder ganzes Freilandschwein. Nach erfolgter Anzahlung kommen alle bestellten Ferkel für vier Monate auf die Wiese. Danach erhältst du die entsprechende Menge Fleisch: Ein Viertel entspricht ungefähr 15 Kilo. Zwei weitere Kilo werden zu Rohess-Schinken und -Speck verarbeitet.

Momentan können die «Frühlingsschweine» bestellt werden, das Fleisch wird im Sommer geliefert – zur Grillsaison. Tipp: Teile das Fleisch mit Freunden, Verwandten und Bekannten.

Mein Schwein GmbH, Ackeretstrasse 17, 8400 Winterthur, www.mein-schwein.ch

Die Drahteselmanufaktur , von Maja Boss Die Drahteselmanufaktur

Was der Schneider in der Haute Couture, ist der Rahmenbauer in der Velowelt: Beide fertigen Qualitätsartikel nach Mass an, angepasst an die Form und den Geschmack des jeweiligen Menschen. Rahmenbauer sind aber wohl die unbekannteren: In der Schweiz gibt es gerade fünf, die dies kommerziell tun, einer davon ist der Bieler Patrick Widmer. In seinem Atelier 47° Nord entstehen persönliche Traumvelos und zwar nicht von heute auf morgen, denn der Körper muss ausgemessen, die Bedürfnisse des Kunden sorgfältig abgewogen und der Rahmen in der Werkstatt hergestellt werden. Wer dabei am „vergible“ ist, wird regelmässig mit Fotos aus der Werkstatt versorgt und kann so am Prozess seines Velos teilhaben. 

Und last but not least: Wichtig sind Patrick nebst der Qualität auch die nachhaltige Produktion und die Umwelt: Die 2000 Watt Gesellschaft ist ein Ziel, welches er tatkräftig unterstützt, und das nicht nur mit leeren Worten!    

www.47grad-nord.ch

Bier aus dem Stufenbau , von Reto Hügli Bier aus dem Stufenbau

Als ich zum letzten Mal nach Ittigen in den Stufenbau gepilgert bin, fand in diesem architektonisch interessanten Komplex ein Konzert statt. Oder war es ein Boxkampf? Item, lange her.

Heute hauchen viele Kleinunternehmen dem Bau neues Leben ein: Cateringunternehmen und Werbeagentur im Einklang mit Galerie und Eventfirma. Und seit kurzer Zeit auch eine Mikrobrauerei! Am Vidmarché konnte das Produkt degustiert werden. Interessantes Detail: Die verschiedenen Bierstärken werden übrigens mit Versionsnummern statt Namen bezeichnet: Aktuell 1.1, 1.2 oder 1.3. Auf meine Frage, ob die Braumeister Ronald Rink und Gaston Hänni mit Informatik zu tun hätten, gab es nur ein vielsagendes Schmunzeln zur Antwort.

Tipp: Wer den Gerstensaft degustieren möchte, nehme am nächsten «Kleinen Fest» im Stufenbau teil.

Stufenbau Brauerei GmbH, Pulverstrasse 8, 3063 Ittigen, www.stufenbau.beer

Weltweit ab Hof , von Sophie Frei Weltweit ab Hof

Cashew-Nüsse aus Burkina Faso, Schokolade aus Togo, frische Orangen aus Griechenland oder Kaffee aus Mexiko/Peru – alles fair und bio! Das ermöglicht «gebana», die Pionierin des fairen Handels in der Schweiz, indem sie mit Kleinbauern zusammenarbeitet und deren Produkte direkt an Konsumentinnen und Konsumenten verkauft. Mitten im Berner Stadtzentrum können diese fairen Köstlichkeiten nun im neuen gebana Pop-up Store eingekauft werden.

Wussten Sie, dass Ge-ba-na für «Gerechte Bananen» steht? Bereits in den 1970er Jahren setzten sich die «Bananenfrauen» für bessere Arbeitsbedinungen auf den Bananenplantagen ein: Sie kauften Bananen beim Grossverteiler ein und verkauften sie mit einem Aufpreis an die verblüfften Konsumenten weiter. Den Aufpreis gaben sie an die Bauern zurück. Damit war das Modell der Fair Trade Prämie erfunden.

www.gebana.ch ; Pop-up Store in Bern

Aufgestempelt , von Christoph Meinen Aufgestempelt

Stempel? Viele verbinden sie mit alten Erinnerungen: an das flinke Trommeln der Postschalterarbeitenden, die in Sekundenschnelle ganze Briefstapel stempelten. Oder an die Stempelhalter-Etagere in Grossvaters Büro neben der Hermes Baby-Schreibmaschine und dem grossen Stempelkissen. Heute wird – wenn überhaupt – nur noch metaphorisch, zum Arbeitsbeginn ein- und zu deren Ende wieder ausgestempelt. Mit Stempelkissen, Tintenklecksen und dem leisen «to-dogg», «to-dogg» hat das nicht mehr viel zu tun. Schade eigentlich! 

Das fand auch Anice. Damit das Gefühl fürs Stempeln nicht verloren geht, und weil stempeln Spass macht, hat die Grafikerin aus Bern eine viele Jahre gehegte Idee verwirklicht: Stempel mit schönem Design und einer Grussbotschaft "us Bern", beispielsweise. Sie entwarf und produzierte die "Gruess us"-Stempelserie, womit sich kleine Notizen oder Botschaften, Vorbeibringsel, Widmungen, Postkarten, Geschenkzettel, Einladungen oder sonstige Herzensbriefe mit einem "Gruess us ..." woher auch immer bestempeln lassen. Mittlerweile gibt es bei Anice neben "Gruess us Bern" auch Grüsse aus fast allen Berner Stadtquartieren. Zum Beispiel "... us dr Länggass", "... us dr Lorraine" oder "... usem Breitsch", um nur einige zu nennen. Die Stempel werden hier in Bern von Anice persönlich in Handarbeit hergestellt.    

Einige Exemplare sind im Chat Noir sowie im Moss Concept Store in Bern erhältlich. Weitere können per Mail direkt bei Anice bestellt werden. Dass die Stempel eine Herzensangelegenheit sind, zeigt auch der besondere Stempel mit der Grussbotschaft aus der Matte in Matte-Änglisch. In Produktion sind weitere Serien mit "Gruess us Züri", oder passend zur Weihnachtszeit mit "Gruess vom Samichlous" oder "Gruess vom Christchindli".     

www.anice.ch