kggastro facebook rss
111 Orte in Bern – Cornelia Lohs , von Rosmarie Bernasconi 111 Orte in Bern – Cornelia Lohs

In Bern wurde das wissenschaftliche Weltbild von Albert Einstein auf den Kopf gestellt. Unter sechs Kilometern Lauben findet man Spezialitätengeschäfte, die man so zusammengedrängt weltweit nirgendwo sieht. In der Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, gibt es Hotels, in denen die Weltgeschichte ein und aus ging. Trotzdem ist Bern die grosse Unbekannte unter den europäischen Hauptstädten. Zu Unrecht!

Entdecken Sie das Bekannte, das Unbekannte und das noch Unbekannte im Bekannten an 111 spannenden, geschichtsträchtigen und kuriosen Orten in Bern. In diesem Buch gibt es Vieles zu entdecken, das auch Berner und Bernerinnen nicht alle kennen. Cornelia Lohs versteht es, einem die unterschiedlichsten Orte in Bern schmackhaft zu machen. Orte, die man kennt und auch Orte, die neu zu entdecken sind. Natürlich ist die Matte mit dem Wöschhüsi, dem Mattebach, dem Mattelift, der Boutique Nila Motti und dem Theater Matte darin vertreten. Das Geisterhaus ist ebenso drin wie die Puppenklinik, die Reitschule und viele Orte mehr. Es ist ein Buch mit vielen Ideen, was man an einem verregnetet Sonntag alles unternehmen kann. Und sollten Sie mit Gästen unterwegs sein, ist es ein hervorragender Ort, Bern auf eine etwas andere Art zu zeigen.

Das Buch ist in in Buchläden zu finden und kostet 20 Franken.

Geruchsneutral mit Musse , von Sarah King Geruchsneutral mit Musse

„Schutzumschlag mit Einrissen, berieben, mit kleinen Fehlstellen, Besitzervermerk und Marginalie auf Vorsatzblatt (…)."

Das ist die Sprache der Buchhändler, der wahren Buchhändler, die noch „Quart“ oder „Oktav“ als Grösse des Buches vermerken und ausgiebig am Papier schnüffeln. Roman Wild rümpft die Nase: „Lagergeruch“. Das ist ungünstig. Bücher geben ihre Duftnote gerne weiter. Was zuvor in feuchten Kellern oder Raucherhöhlen lagerte, erhält deshalb keinen Zutritt in die Büchereule - eines von Berns grössten und ältesten Buchantiquariaten. 300'000 Titel verteilen sich hier auf 400 Themen. Schwerpunkt Geistes- und Naturwissenschaft. Aber auch dem Kulinarischen ist ein Regal gewidmet. Der Stadt Bern gleich mehrere. Bern, die Stadt der Bücher, das war sie anfangs 20. Jahrhundert. Aus Deutschland kamen die Menschen angereist, um ein begehrtes Sammlerstück zu kaufen und Unerwartetes zu finden. Und heute – ja, da gehören Antiquariats-Liebhaber altersmässig selbst schon fast zum Antiquariat. Dennoch, wer Musse sucht – Musse, die nicht erst beim Lesen des Buches beginnt, sondern schon bei der Suche – der wird weiterhin durch die Antiquariate ziehen. Vielleicht bleibt er in der Büchereule hängen, trifft auf Seltenheiten, Wohlbewahrtes, Mehrfachgelesenes. Und auf einen Buchhändler, der an Büchern schnüffelt.

www.buechereule.ch

Tödliche Aare , von Reto Hügli Tödliche Aare

Tony Dreher ist mit seinem Erstling «Aareschwimmen» ein süffiger Kriminalroman gelungen, der hauptsächlich in Bern, aber auch in Kandersteg, Wengen und Solothurn spielt – und der den Leser oder die Leserin vom Baden in heimischen Gewässern abhalten könnte.

Der Journalist Mike Honegger entdeckt beim Schwumm im Fluss eine Leiche. Trotz Warnungen versucht er die Identität des Toten aufzudecken und gerät mit seinen Recherchen selbst ins Fadenkreuz von CIA-Agenten und Killern. Die Spuren führen zu den Mächtigen in Politik, Finanzbranche und Wirtschaft.

Der Autor betont, dass die Handlung frei erfunden ist. In der Tat ist die Geschichte so abstrus, dass sie schon fast wieder glaubwürdig wirkt. Etwa durch die träfe Beschreibung der Protagonisten im Berner Oberland.

Dreher wurde als Auslandschweizer in Mexiko City geboren, wo er seine Kindheit verbrachte. Das Studium in Physik und Ingenieurwesen absolvierte er in den USA. Seit seiner Rückkehr in die Schweiz vor 25 Jahren arbeitet er in der IT-Branche und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Bern.

Tony Dreher «Aareschwimmen», Gmeiner Verlag (2015), 278 Seiten

Finale im Nebel - Berner Krimi , von Rosmarie Bernasconi Finale im Nebel - Berner Krimi

Ende November in Bern. Am traditionellen Zibelemärit wird neben dem Bernabrunnen ein Toter gefunden. Auf dem gefrorenen Boden sind kaum Spuren zu erkennen. War es Mord oder doch nur ein Unfall? Die Ermittlungen führen die Fahnder zu einer Senioren-WG, woder betagte Onkel des Opfers wohnt. Doch dieser wirkt verwirrt und hat immer wieder Gedächtnislücken. Wie weit kann man seinen Aussagen trauen?

Regine Frei vermag Menschen in ihren Bann zu ziehen und ihre Bücher sind "Wohlfühlkrimis" - wie sie selber sagt. "Ich mag keine blutrünstigen Krimis" - lieber sind mir feine und unterhaltsame und spannende Geschichten.

Es ist bereits der vierte Krimi aus der Feder von Regine Frei. Finale im Nebel erschien im März 2015 - und ist in Buchhandlungen erhältlich.


Nelkenmörder , von Rosmarie Bernasconi Nelkenmörder

Der «Nelkenmörder» – Heinrich Müller ersteigert ein Reisetagebuch aus der Renaissance. Daraus erfährt er die Geschichte von Paul Löwensprung, der für Sandro Botticelli gearbeitet hat und einer der «Nelkenmeister» war. Währenddessen stirbt in Florenz ein Kunsthändler auf brutale Weise. Die Ermittler Heinrich Müller und Nicole Himmel unterstützen die Florentiner Polizei und stoßen bald auf einen Zusammenhang zwischen dem Tagebuch und dem Toten. Auf den Spuren des Tagebuchs geraten die beiden immer tiefer in den Dunstkreis von Raubkunst, Kunstfälschern und Geldwäscherei.

Paul Ott wurde am 16. Mai 1955 in Romanshorn geboren, er wuchs in Goldach am Bodensee und in St. Gallen auf. Seit 1974 lebt er in Bern. Unter dem Pseudonym Paul Lascaux schreibt er seit mehr als zwanzig Jahren Kriminalromane und kriminelle Geschichten. Paul Ott ist ein ausgezeichneter Krimiautor und er vermag Menschen in seinen Bann zu ziehen. Nach «Burgunderblut» erzählt das neue Buch wiederum eine spannende Gescichte.

Erhältlich in Buchhandlungen

Lieben lernen , von Rosmarie Bernasconi Lieben lernen

"Niemand hat gesagt, Mensch sein sei einfach!"

Es ist kurz nach Mitternacht, als ein verwirrter, alter Mann eine unbekannte, junge Frau ins Krankenhaus bringt. Und alles, was die Unbekannte bei sich hat, ist ein rätselhaftes Notizbuch, welches in einer Sprache verfasst ist, die niemand entziffern kann. Und noch etwas ist merkwürdig: Der Alte behauptet steif und fest, dass die Frau einfach so vom Himmel gefallen sei. „Was, wenn du selbst vergisst, wer du bist?" „Dann findest du mich, um mich daran zu erinnern, wer ich bin. Ganz einfach!"

Ein berührendes Buch der Autorin Murielle Kälin. Es ist bereits das dritte Buch von Murielle. Und in ihren Büchern ist Liebe ein wichtiger Bestandteil. Liebe ist nicht einfach Liebe. Die Liebe kann überall sein, sie kann zwischen einem im Sterben liegenden krebskranken Jungen und der Liebe sein. Murielle versteht es, die Leserschaft mitzunehmen in eine Welt, die nicht alltäglich ist. Ob es eine Märchenwelt oder eben in die Welt der Liebe ist, überlässt sie den Leserinnen und Leser. Berührend und schön ...

Das Buch ist Buchhandlungen erhältlich oder bei www.tausendstrassen.ch

Dialektisch , von Maja Boss Dialektisch

Gopf het doch dä Grümscheler bugglig ta u chääret wo ig ihm dä Göppel ha wölle abläschele! Wem’s heimelet, oder wer im Gegenteil gar nichts versteht, dem seien die zwei kleinen unscheinbaren Büchlein aus dem Dörlemann Verlag Zürich empfohlen. „Dialektisch“ und „Dialektisch 2“ - zwei munzige amüsante Nachschlagewerke, die alten und neuen Mundartausdrücken mit einer persönlichen Note auf die Spur gehen. „Für Nicht-, Neu- und Urschweizer!“ bringts der Buchrücken auf den Punkt.

www.doerlemann.com

Brägu mit Peekli - Peter Lerch , von Rosmarie Bernasconi Brägu mit Peekli - Peter Lerch

Anekdoten aus dem Emmental: Peter Lerch versteht es ausgezeichnet, die Leserschaft in eine Zeit mitzunehmen, die einige von uns noch kennen. Er beschreibt viele Anekdoten aus seiner Kinderzeit, in Heimiswil im Emmental, in einer blumigen und humorvollen  Sprache und manchmal bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Dann, wenn Peter Lerch eine Forelle töten sollte und dies fast nicht übers Herz bringt oder er mit Freunden die ersten Rauchversuche startet.

Man könnte diese Geschichte aber auch ins Glarnerland, ins Luzerner Hinterland oder wo auch immer ansiedeln. Beim Lesen findet sich der eine oder die andere in seiner eigenen Geschichte, in seiner Vergangenheit wieder. Ein Buch, das man in einem Zuge lesen aber auch in kleinen Portionen geniessen kann.

www.peter-lerch.ch

Ein Chalet der Erinnerungen , von Pascal Sennhauser Ein Chalet der Erinnerungen

So gross die Leiden gewesen sein mussten, so grossartig ist die aus dieser Not geborene Leistung. Der 2010 an «Amyotropher Lateralsklerose» (Erkrankung des motorischen Nervensystems) verstorbene britische Historiker Tony Judt hat in unzähligen Nächten des quälenden Wachliegens in seiner eigenen Vergangenheit gewühlt und dabei ganze Geschichte(n) in seinem Kopf verfasst. Judt: «[...] an die Stelle des Schäfchenzählens traten komplexe Erzählungen mit vergleichbarer Wirkung.» Weil er sie aufgrund seiner unheilbaren Krankheit nicht mehr selber zu Papier bringen konnte, hat er diese Darstellungen tagsüber seinen Helfern diktiert.

Damit sich seine Erinnerungen bis zum Morgengrauen nicht verflüchtigten, hat sich Judt einer ebenso simplen wie bestechenden geistigen Methode bedient: Ausgehend von einem kleinen Chalet in der Schweiz (ebenfalls eine glückliche Kindheitserinnerung), hat er jede Episode einem Raum zugeordnet. Diese räumliche Gliederung seiner Gedanken erlaubte es ihm, einige Stunden später wieder darauf zurückgreifen zu können.  

Das Buch, das aus diesem nächtlichen Denken entstanden ist und nun vorliegt, vereint knapp zwei Dutzend kürzere Essays und erzählt uns einerseits Persönliches aus Judts Leben; seine jugendliche Liebe zu Eisenbahnzügen (!), des Vaters Vorliebe für Autos oder das schlechte Essen im Hause Judt werden ebenso erörtert wie die Studienjahre in Cambridge, sein Einsatz für die israelische Armee im Sechstagekrieg (Judts familiären Wurzeln reichen ins Ostjudentum zurück) oder die Zeit als Professor in New York. Andererseits erfahren wir einiges über die (prekären) Verhältnisse Englands in der Nachkriegszeit und über die Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im allgemeinen. Und dies stets aus einer persönlichen, engagierten und anrührenden Optik und mit intellektuellem Scharfsinn des Autors, immer aber ohne akademische Allüren.

Nicht nur für Historiker oder für Liebhaber von hochstehender Erinnerungsliteratur äusserst empfehlenswert: Tony Judt, Das Chalet der Erinnerungen, Fischer Taschenbuch, Frankfurt a. M., 2014.

Säbi Zyt , von Maja Boss Säbi Zyt

Susanna Schwager erzählt das Leben des Metzgers Hans Meister – ihrem Grossvater – welcher anfangs des letzten Jahrhundert im Emmental zur Welt kam. In wunderbar authentischer Sprache lässt sie „säbi Zyt“ aufleben und schildert den damaligen Alltag mit den Augen eines „einfachen“ Mannes der mit Klugheit und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn seinen Weg geht. „Ich möchte, dass das frühere Leben noch ein bisschen in Erinnerung bleibt. Aber so, wie es wirklich war, ich will nichts beschönigen“, zitiert Susanna Schwager ihren Grossvater. Ein berührendes Buch über eine beinahe verschwundene Zeit.

www.susannaschwager.chwww.chronos-verlag.ch